EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader
Finden Sie uns
WERBUNG

Warum die gebeutelte EU-Wirtschaft auf eine "weiche Landung" zusteuern könnte

Blüht die Wirtschaft nach Corona und dem Krieg bald wieder auf?
Blüht die Wirtschaft nach Corona und dem Krieg bald wieder auf? Copyright AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Euronews mit afp, ap
Zuerst veröffentlicht am
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Die Inflation in der EU geht weiter spürbar zurück. Die Prognosen von Wirtschaftsexperten sind deutlich weniger düster als noch vor ein paar Monaten.

WERBUNG

Die europäische Wirtschaft steuert auf eine "weiche Landung" zu, trotz der anhaltend hohen Preise. Das prognostiziert der Wirtschaftswissenschaftler Jacob Kirkegaard vom Peterson Institute for International Economics im Interview mit Euronews.

Die Inflation ist in den letzten Monaten in der Europäischen Union immer weiter zurückgegangen und lag laut Eurostat im März bei 6,9 Prozent. Nachdem sich die Inflationsrate im Jahr 2022 durch die Folgen des Ukraine-Kriegs und der Corona-Pandemie in der Eurozone auf 9,2 Prozent verdreifacht hatte, stehen die Zeichen jetzt also auf Entspannung.

Dank des milden Winterwetters sind die Energiepreise gesunken - und das hat die Inflation abgeschwächt. "Ich denke, dass die Situation in Europa deutlich besser ist, als ich noch vor einigen Monaten vorausgesagt hätte", sagt Jacob Kirkegaard.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte letzte Woche allerdings, dass sich die Inflation weltweit hartnäckig hoch bleiben werde, und stufte seine Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum herab.

Petya Koeva-Brooks, stellvertretende Direktorin der IWF-Forschungsabteilung, erklärte letzte Woche allerdings gegenüber Euronews, sie sei überrascht, dass sich die Volkswirtschaften des Euroraums an den wirtschaftlichen Schock angepasst hätten und dass der IWF für 2024 einen Wachstumsschub für Europa erwarte.

Auch Alfred Kammer, Direktor der europäischen Abteilung des IWF, gibt sich nur vorsichtig optimistisch: "Das größte Problem, das wir letztes Jahr gesehen haben, war die Sorge, dass das Abdrehen des russischen Gashahns die europäische Wirtschaft im Winter zum Stillstand bringen könnte. Das ist nicht passiert. Und das hätte eine große Rezession in Europa bedeutet".

Er sagte, dass die niedrige Wachstumsprognose für 2023 auf die Auswirkungen des Krieges und der Energiekrise zurückzuführen sei. Die Gesamtinflation werde zwar zurückgehen, die Kerninflation aber werde bis Ende 2024 immer noch über den Zielvorgaben der Zentralbank liegen.

Kirkegaard bleibt derweil optimistischer. Er sagt, er rechne mit ein bis zwei weiteren Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank, gefolgt von einer Rückkehr zu einer "monetären oder inflationären Normalisierung".

Die Volkswirtschaften der EU würden die Auswirkungen der EZB-Geldpolitik derzeit noch nicht in vollem Umfang zu spüren bekommen. Auch der demografische Wandel könnte eine Rolle dabei spielen, ob die Inflation in den Volkswirtschaften anhält, da die alternde Bevölkerung die Nachfrage senkt.

"Ich glaube nicht, dass wir in Europa eine galoppierende Inflation haben werden, aber ich denke, dass es für die Federal Reserve in einem Land wie den USA schwierig sein wird, wieder auf 2 Prozent zu kommen. Ich bin viel optimistischer mit Blick auf Europa, Japan und andere Ländern, die schneller altern", sagt der Wirtschaftsexperte.

Die derzeitige Krise der Lebenshaltungskosten hat auch die Kaufkraft der Verbraucher:innen drastisch gesenkt und zu Streiks und Protesten für bessere Löhne geführt. "Es ist wichtig zu erkennen, dass wir im Jahr 2022 in ganz Europa im Durchschnitt den größten Kaufkraftverlust seit Jahrzehnten hatten", sagt Kirkegaard.

"Wir sollten nicht generell Angst vor höheren Löhnen für die Arbeitnehmer:innen haben. Denn in den letzten Jahren haben wir in der Eurozone sehr hohe Unternehmensgewinne beobachtet, und das gilt auch für die USA. Eine Umverteilung weg von den Kapitaleignern hin zu den Arbeitnehmenden durch höhere Reallöhne halte ich daher für angemessen", fügt er hinzu.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Größte Volkswirtschaft der EU als Schlusslicht: Deutschland in Rezession gerutscht

Kommission: Sinkende Energiepreise verbessern Wachstumsaussichten in der EU

Könnten Mangan-Batterien die Hauptantriebskraft auf dem Markt für Elektrofahrzeuge werden?