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Warum fliegen die Nashörner kopfüber durch Afrika?

 Ein betäubtes Spitzmaulnashorn wird in der Provinz Ostkap, Südafrika, von einem Hubschrauber transportiert.
Ein betäubtes Spitzmaulnashorn wird in der Provinz Ostkap, Südafrika, von einem Hubschrauber transportiert.   -   Copyright  Warren Smart / WWF / Green Renaissance
Von Maeve Campbell
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Einer neuen Studie zufolge trägt das Aufhängen von Nashörnern an ihren Füßen und ihr Transport entscheidend zur Erhaltung ihrer der Art bei.

Das Spitzmaulnashorn ist mit einem Gesamtbestand von weniger als 5000 Tieren vom Aussterben bedroht, was in erster Linie auf die große Nachfrage nach seinem Horn zurückzuführen ist. Um die Art zu erhalten, müssen manchmal Tiere in Schutzgebiete verfrachtet werden, oder sie werden von einem Reservat in ein anderes gebracht, um den Genpool zu durchmischen.

Naturschützer suchen seit Jahren nach Möglichkeiten, die Tiere besser zu schützen, und gehen dabei oft ungewöhnliche Wege.

Manchmal müssen die Nashörner mit dem Hubschrauber aus unzugänglichen Gebieten in Sicherheit gebracht werden. Um die riesigen Tiere zu transportieren, müssen sie betäubt werden. Seit einiger Zeit ist es gängige Praxis, sie dabei an den Füßen aufzuhängen, was Zeit spart und laut WWF schonender für die Tiere ist.

Diese Transportmethode wird zwar schon seit zehn Jahren angewandt, aber es gab eine Debatte darüber, ob die Betäubungsmittel gefährlich sein können, wenn die Nashörner kopfüber wie eine Fledermaus aufgehängt werden, anstatt sie auf die Seite zu legen.

Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss, dass es den Nashörnern "tatsächlich etwas besser geht, wenn sie kopfüber aufgehängt werden", was ein positiver Schritt zur Erhaltung der Art sei. Die Studie wurde im Journal of Wildlife Diseases veröffentlicht und von der Cornell University in New York, USA, geleitet.

WWF / Green Renaissance
Ein betäubtes Spitzmaulnashorn wird in Südafrika im Rahmen eines WWF-Projekts per Flug transportiert.WWF / Green Renaissance

"Sicherer als wir dachten"

Das Team reiste in den Waterburg-Nationalpark in Namibia, wo es 12 Nashörner untersuchte.

"Wir haben herausgefunden, dass das Aufhängen von Nashörnern an ihren Füßen sicherer ist, als wir dachten", sagt Dr. Robin Radcliffe, Dozent für Wildtier- und Naturschutzmedizin und Erstautor der Studie.

Diese Erkenntnis mag zwar komisch klingen, ist aber für Naturschützer, die sich für die Rettung dieser vom Aussterben bedrohten Tiere einsetzen, eine wichtige Information.

"Um die Nashörner vor Wilderei zu schützen und die Tiere auf die verschiedenen Lebensräume zu verteilen, damit ihre Genpools gesund bleiben, müssen die Teams die Nashörner oft in abgelegene Gebiete bringen, die weder über Straßen noch mit Autos erreichbar sind", heißt es in der Studie.

Trotz der Tatsache, dass es sich bei den Beruhigungsmitteln um starke Opioide handelt, deren Nebenwirkungen die Gesundheit der Nashörner beeinträchtigen und sogar zu Todesfällen führen können, stellten die Forscher fest, dass die Risiken geringer sind, wenn die Tiere an ihren Füßen in die Luft gehoben werden.

"Wenn Nashörner kopfüber aufgehängt wurden, verbesserte sich die Atmung (wenn auch nur in geringem Maße) gegenüber Nashörnern, die auf der Seite lagen", fügt Radcliffe hinzu.

Warren Smart/ WWF / Green Renaissance
Ein betäubtes Spitzmaulnashorn hängt an einem HubschrauberWarren Smart/ WWF / Green Renaissance

Dies ist zwar eine gute Nachricht für Naturschützer, die mit Spitzmaulnashörnern in unwegsamem Gelände arbeiten, aber es werden noch mehr Informationen benötigt und es bleibt noch viel zu tun.

Elisa Allen, Direktorin der Tierschutzorganisation PETA, stimmt dem zu.

"Die Studie bringt wichtige Informationen über den sicheren Transport von Nashörnern zu Erhaltungszwecken ans Licht", sagt sie.

"Aber natürlich müssen die Ergebnisse dieser Studie zusammen mit anderen Bemühungen genutzt werden, die den Schutz des Lebensraums, strengere Gesetze zur Verhinderung von Trophäenjagd und Wilderei und eine angemessene Durchsetzung dieser Gesetze umfassen."