Faktencheck: Sind Vulkanausbrüche schlimmer für die Umwelt als der Mensch?

Vulkan bei Grindavik auf Island
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Von Sophia KhatsenkovaEuronews
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🌋 Faktencheck: Sind Vulkanausbrüche schlimmer für die Umwelt als der Mensch? Sophia Khatsenkova schaut auf den Vulkan in #Island und auf die Lage weltweit.

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Stößt ein Vulkanausbruch mehr Kohlendioxid aus als menschliche Aktivitäten?

Da der Vulkan in Island jede Minute auszubrechen droht, behaupten einige Nutzer sozialer Medien, dass der Rauch der Naturkatastrophe mehr CO2 erzeugen wird als alle Autos und Flugzeuge auf der Erde

Schauen wir uns diese Behauptungen einmal genauer an.

Island in Sorge wegen Vulkan bei Grindavik

In den vergangenen Wochen sind viele in Island besorgt wegen des erwarteten Vulkanausbruchs, der die Küstengemeinde Grindavik bedroht. 3.000 Menschen sind evakuiert worden.

"Mehr CO2 durch Vulkan als alle menschlichen Emissionen in 10 Jahren"

Auf der Social-Media-Plattform X, früher bekannt als Twitter, behaupten einige Konten, dass der bevorstehende Ausbruch "mehr CO2 in die Atmosphäre blasen wird als alle vom Menschen verursachten Emissionen des letzten Jahrzehnts", und behaupten, dass die Klimapolitik ein Betrug sei.

Vulkane sind zwar in der Lage, riesige Aschewolken und giftige Dämpfe auszuspucken, aber sie sind nichts im Vergleich zu den vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen.

Laut einer von Experten begutachteten Studie des Deep Carbon Observatory in Washington, DC, aus dem Jahr 2019 stößt der Mensch jedes Jahr etwa 40 bis 100 Mal mehr CO2 aus als alle Vulkane auf unserem Planeten.

Haben Vulkane also immer noch einen Einfluss auf die globalen Emissionen?

Ja, mehrtägige vulkanische Aktivitäten - wie der Vulkanausbruch in Island 2010, der den Flugverkehr in Europa fast einen Monat lang lahmlegte - können das Klima vorübergehend beeinflussen.

Vulkanische Gase wie Schwefeldioxid können eine globale Abkühlung verursachen, während vulkanisches Kohlendioxid, ein Treibhausgas, die globale Erwärmung fördern kann.

Dem IPCC zufolge haben sie jedoch keine so großen langfristigen Auswirkungen wie die vom Menschen verursachten Emissionen.

Wie war das in vergangenen Jahren?

Beim Ausbruch des Mount St. Helens in den USA im Jahr 1980 wurden in nur 9 Stunden etwa 10 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre geschleudert.

Nach Angaben des United States Geological Survey benötigen wir Menschen derzeit jedoch nur 2,5 Stunden, um die gleiche Menge CO2 auszustoßen.

Darüber hinaus wären 3.500 solcher Eruptionen nötig, um die Kohlendioxidproduktion der Menschheit allein im Jahr 2010 zu erreichen.

Große explosive Eruptionen wie diese sind zwar selten, aber die Emissionen der Menschheit hören nie auf und nehmen jedes Jahr zu.

Nach der gleichen Studie des United States Geological Survey setzen alle Vulkane weniger als ein Prozent des Kohlendioxids frei, das derzeit durch menschliche Aktivitäten ausgestoßen wird.

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