Vulkanausbruch auf Galápagos-Insel bedroht Riesenschildkröte

Auf diesem von Galapagos National veröffentlichten Foto bricht der Vulkan La Cumbre auf der Insel Fernandina auf den Galápagos-Inseln, Ecuador, aus. 3. März, 2024.
Auf diesem von Galapagos National veröffentlichten Foto bricht der Vulkan La Cumbre auf der Insel Fernandina auf den Galápagos-Inseln, Ecuador, aus. 3. März, 2024. Copyright Galapagos National Park via AP
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Von Ruth Wright mit AP
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Ein Vulkan auf einer Insel des Galápagos-Archipels könnte das Überleben des letzten bekannten Überlebenden einer Riesenschildkrötenart bedrohen. Der Vulkan La Cumbre auf der Insel Fernandina begann ist ausgebrochen. Fernanda, ein einzelnes Weibchen, wurde 2019 auf Fernandina entdeckt.

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Die ältere Dame - eine weibliche Riesenschildkröte - hat schon vieles gesehen und vor allem überlebt. Auch so manchen Vulkanausbruch. Doch nun scheint ihr Leben bedroht, durch eine erneute Eruption.

Galápagos-Riesenschildkröten gehören zu den größten Landschildkröten der Welt. Größen- und Gewichtsangaben sind oft unterschiedlich, aber es scheint belegt, dass einige dieser Tiere Längen von über 180 cm erreichen. Die schwerste in Gefangenschaft lebende Schildkröte wog 422 kg.

Die Galápagos-Inseln wurden nach den Schildkröten benannt und tatsächlich steht im spanischen das Wort Galápago unter anderem auch für den Begriff Sattel.

Ein Vulkan auf einer Insel der Galápagos-Inseln könnte das Überleben des letzten bekannten Überlebenden einer Riesenschildkrötenart bedrohen.

Der Vulkan La Cumbre auf der Insel Fernandina begann auszubrechen und erhellte den nächtlichen Himmel, während Lava an seinen Flanken hinunter ins Meer stürzte.

Fernandina ist die Heimat von Fernanda, einer Riesenschildkröte. Sie wurde im Jahr 2019 entdeckt und entpuppte sich als Weibchen, das in einem abgelegenen Bereich der Insel lebt.

Lesen Sie die vollständige Geschichte von Fernandas Entdeckung hier.

Der Vulkan La Cumbre ist einer der aktivsten in der Galápagos-Inselkette, die weltweit dafür bekannt ist, dass sie dem britischen Wissenschaftler Charles Darwin im 19. Jahrhundert als Untersuchungsraum für seine Evolutionstheorie diente. 

Darwin verkündete als Erster, dass sich Lebewesen im Laufe der Zeit verändern und so neue Arten entstehen. Er erkannte dies beim Studium der nach ihm benannten Darwinfinken, 13 sich ähnelnden Finkenarten, die wahrscheinlich von einem einzigen Urahn abstammen. Jede Art hatte sich ihrer Umgebung auf den verschiedenen Inseln angepasst. Als Darwin 1831 seine Forschungsreise auf der HMS Beagle antrat, glaubte er an die Unveränderlichkeit der Arten. Die Beobachtung der Finken brachte ihn jedoch zu einem anderen Ergebnis. Deutlich waren die Finken nach Schnabelform und -größe voneinander zu unterscheiden. 

Deshalb folgerte Darwin, dass jene Vögel überlebten, die optimal das Nahrungsangebot nutzten: Arten mit dickem Schnabel sind z. B. Samenfresser, während sich lange und dünne Schnäbel für den Insektenfang eignen.

Heute bieten die Galápagosinseln ein ideales Freilandlabor zur Beobachtung der Evolution: Zum einen beherbergt die Inselwelt eine einmalige, nur hier vorkommende Tier- und Pflanzenwelt und zum anderen im Meeresgebiet rund um die Inseln einen großen Fischreichtum.

Wird die Tierwelt auf der Insel beeinträchtigt?

Es leben keine Menschen auf der Insel.

Die Behörden haben sich bisher noch nicht dazu geäußert, ob die auf der Insel lebenden Tiere durch den Ausbruch bedroht sind.

Neben Fernanda leben auf der Insel eine Reihe weiterer Tierarten, darunter Leguane, Pinguine und flugunfähige Kormorane.

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