Beyoncé ist die Königin - Deutsche Transfrau Kim Petras schreibt Grammy-Geschichte

Beyonce holt ihren 32. Grammy
Beyonce holt ihren 32. Grammy   -  Copyright  Chris Pizzello/Chris Pizzello/Invision/AP
Von Euronews  mit DPA/AP/AFP

US-Sängerin Beyoncé hat bei den Grammy-Awards ihre 32. Trophäe geholt und einen neuen Rekord aufgestellt: Sie steht ungeschlagen Platz eins der ewigen Bestenliste. Queen Bey erhielt bei der Preisverleihung in Los Angeles insgesamt vier Grammys für ihr euphorisches Werk "Renaissance", darunter den für das beste Dance/Electronic-Album.

Ein Juwel fehlt ihr dennoch in der Krone: Den Preis fürs beste Album bekam ein anderer, der Brite Harry Styles für seine Ohrwurm-lastige Scheibe "Harry’s House". Zuvor hatte der Star bereits den Preis für das beste Pop-Album mit Kuss von Jennifer Lopez entgegengenommen.

Eine Riesenüberraschung und eine Premiere gab aus für die in Köln geborene Sängerin Kim Petras.

Gemeinsam mit dem britischen Sänger Sam Smith wurden für den Clubhit "Unholy" mit einem Grammy gehrt. Damit ist die 30-jährige Deutsche der erste Transmensch in der Geschichte der Grammys, der in der Kategorie bestes Pop-Duo ausgezeichnet wurde.

Jae C. Hong/Jae C. Hong/Invision/AP
Kim Petras und Sam Smith posieren mit der Trophäe.Jae C. Hong/Jae C. Hong/Invision/AP

"Ich will nur all den unglaublichen Transgender-Legenden vor mir danken, die diese Türen für mich geöffnet haben, damit ich heute Abend hier sein kann", sagte Petras. "Ich bin an einer Autobahn mitten im Nirgendwo in Deutschland aufgewachsen. Und meine Mutter hat mir geglaubt, dass ich ein Mädchen bin. Ohne sie wäre ich nicht hier."

Kurze Zeit später performten Petras und Smith "Unholy" auf der Grammy-Bühne - Petras im Käfig, Sam Smith und die Tänzer als Teufel verkleidet. 

"Unholy" schaffte es im Herbst 2022 auf Platz Eins in den USA und Großbritannien. Das Lied handelt von einem Familienvater, der sich in einem Stripclub vergnügt.

Ein weiterer Gewinner der amerikanischen Preisnacht war Rapper Kendrick Lamar, der 2022 mit "Mr. Morale & the Big Steppers" nach bahnbrechenden früheren Alben erneut ein viel gerühmtes Rap-Werk rausbrachte und drei Grammys holte - unter anderem für das beste Rap-Album. Songwriterin Bonnie Raitt bekam den Grammy für den Song des Jahres mit "Just Like That". Musikerin Lizzo wurde für ihren Song "About Damn Time" mit der Aufnahme des Jahres geehrt.

Ihren Höhepunkt erreichte die Stimmung im Saal bei einem Song-Medley anlässlich des "50. Jubiläums von Hip Hop". Etliche Künstler, darunter Busta Rhymes, Ice-T, Missy Elliott, Nelly und LL Cool J, führten auf der Bühne musikalisch durch die Geschichte des Genres. 1973 gilt gemeinhin als das Geburtsjahr der heute global populären Musikrichtung.

Moderiert wurden die Grammy-Musikpreise erneut von Comedian Trevor Noah. Einen Überraschungsauftritt hatte First Lady Jill Biden in einem schicken Goldkleid. Sie verkündete die Siegerin in der Kategorie Song des Jahres und ehrte zudem einen Protestsong aus dem Iran gegen die Unterdrückung von Frauen. 

Glänzend war auch der Ausftitt von Harry Styles: Er spielte seinen Hit "As it was" mit viel Lametta in einem silbernen Glitzer-Outfit. Insgesamt wurden dieses Jahr laut Veranstalter Grammys in 91 Kategorien vergeben werden.

Hier die wichtigsten Auszeichnungen:

  • Record of the Year: “About Damn Time,” Lizzo
  • Album of the Year: “Harry’s House,” Harry Styles
  • Song of the Year: “Just Like That,” Bonnie Raitt, songwriter (Bonnie Raitt)
  • Best New Artist: Samara Joy
  • Best Pop Solo Performance: “Easy on Me,” Adele
  • Best Rock Performance: “Broken Horses,” Brandi Carlile
  • Best Metal Performance: “Degradation Rules,” Ozzy Osbourne featuring Tony Iommi