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Streik im Freizeitpark Disneyland Paris: Was fordern die Beschäftigten?

Im Disneyland Paris wird derzeit gestreikt.
Im Disneyland Paris wird derzeit gestreikt. Copyright Francois Mori/AP
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Von Anca UleaEstelle Nilsson-Julien
Zuerst veröffentlicht am
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Der Freizeitpark wirbt damit, seine zahlenden Gäste mit der ganz besonderen Magie der Disney-Welt zu verzaubern. Doch viele Angestellte beklagen die Arbeitsbedingungen. Sie fordern - unter anderem - mehr Lohn.

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Ständig wechselnde Arbeitszeiten, Personalmangel und niedrige Löhne - Angestellte des Disneyland Paris sind unzufrieden. 

Ihr Arbeitgeber wirbt mit dem besonderen Image des Freizeitparks. Träume würden hier Wirklichkeit. Doch viele, die bei der Umsetzung dieser Magie unverzichtbar sind, sehen das anders. 

Genau aus diesem Grund haben Angestellte des Parks in Marne-la-Vallée vor den Toren von Paris immer wieder die Arbeit niedergelegt. Sie fordern eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. 

Am Montag war es wieder soweit. Mehrere Gewerkschaften haben einen sechstägige Streik angekündigt. Sie wollen mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und einen Inflationsausgleich. 

Bereits am 23. Mai waren rund 500 Angestellte in den Ausstand getreten. Insgesamt arbeiten rund 17.000 Menschen im Disneyland Paris. Schon zehn Tage später, am 3. Juni, streikten bereits 1000 Angestellte, vor allem aus den Bereichen Hotellerie, Wartung und Sicherheit. 

Konkret fordern die Streikenden 200 Euro mehr Lohn pro Monat, eine 100-Prozent-Zulage an Sontagen und für sie akzeptable Arbeitszeiten. 

Wie reagieren die Gäste des Parks?

Am Montag gab die Parkleitung an, es seien rund 60 Angestellte in den Ausstand getreten, unte ihnen auch Darsteller:innen. "Der Park bleibt geöffnet und wir mussten lediglich eine Vorstellung absagen", so ein Sprecher. 

Videos in den sozialen Medien zeigten Dutzende Menschen auf der Brücke vor dem bekannten Dornröschen-Schloss, das als Symbol des Parks gilt. 

Die 26-jährige Lily kommt regelmäßig als Gast in den Park. "Einige hundert Angestellte haben gestreikt. Sie hatten Pfeiffen dabei und haben skandiert. Aber es war nicht besonders störend. Der Park ist ja so groß, dass man ihnen den ganzen Tag aus dem Weg gehen kann." 

Wie sehen es die Angestellen?

Um ihre Situation zu erläutern, haben sich derzeitige und ehemalige Angestellte des Parks online zu Wort gemeldet. 

Agathe Guittet hat in der Vergangenheit als Make-up-Artist im Disneyland Paris gearbeitet. Die Arbeitsbedingungen seien toxisch. Ständig würden die Arbeitszeiten geändert. Es gebe nicht genug Personal und die Leitung des Parks weigere sich, für die Arbeit an Wochenende Zuschläge zu zahlen. Auf Twitter schrieb Agathe Guittet: 

"Du siehst, wie die Leute um dich herum zusammenbrechen... dann fangen die Leute an zu gehen. Und Du fängst an, selbst darüber nachzudenken, weil Du merkst, dass dieser Job Dich kaputt macht und Deine Vorgesetzten sich nicht darum scheren. Sie sehen nur die Zahlen und haben kein Gespür dafür, was Dein Job wirklich erfordert."

Die streikenden Arbeitnehmer:innen beklagen sich auch über mangelnde Fortbildung und fehlende Möglichkeiten, beruflich voranzukommen.

Disneys Fassade bröckelt

Französische Arbeitnehmer treten verhältnismäßig häufig in den Ausstand. Doch bei Disneyland war das bisher die Ausnahme. Der letzte größere Streik hatte im Jahr 1999 stattgefunden, ebenfalls wegen eines Tarifkonflikts.

Eric Feferberg/AFP
Bereits im Jahr 1999 waren Angestellte des Vergnügungsparks in den Ausstand getreten.Eric Feferberg/AFP

Die streikenden Arbeitnehmer haben gegenüber den französischen Medien erklärt, ihre jüngsten Aktionen seien ein letzter Ausweg. Zuvor habe die Geschäftsführung unzureichend, teilweise beleidigend reagiert.

Disney hat Berichten zufolge angeboten, die Jahresendprämie für die Mitarbeiter in monatlichen Raten auszuzahlen, zusammen mit einer einmaligen Prämie von 125 Euro im Mai.

Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher von Disneyland Paris gegenüber Euronews, dass das Management die jährlichen Verhandlungen zwischen Management und Gewerkschaften von Oktober auf August vorverlegt habe.

"In den vergangenen 12 Monaten sind die Gehälter der meisten Mitarbeiter um 9 bis 12 Prozent gestiegen und sie haben auch von Prämien profitiert", so der Sprecher weiter.

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Die Einnahmen von Disneyland Paris hatten im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht: Dank der Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen und eines beliebten neuen Marvel-Superheldenlandes nahm der Park 2,4 Milliarden Euro ein. Außerdem erzielte Disneyland Paris einen Betriebsgewinn von 47 Millionen Euro.

Die streikenden Beschäftigten wollen davon profitieren.

Weitere Quellen • Le Monde

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