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Nahe Teheran: Iranischer Regisseur Dariush Mehrjui und seine Frau erstochen aufgefunden

Der iranische Filmregisseur Dariush Mehrjui und seine Frau wurden in ihrem Haus erstochen
Der iranische Filmregisseur Dariush Mehrjui und seine Frau wurden in ihrem Haus erstochen Copyright AFP
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Von David Mouriquand
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Die Behörden äußerten sich zunächst nicht zu seinem möglichen Motiv. Eines ist jedoch längst klar: Das Regime geht hart gegen seine Kritiker vor.

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Wie staatliche Medien berichteten, wurden der bekannte iranische Filmregisseur Dariush Mehrjui und seine Frau Vahideh Mohammadifar in ihrem Haus von einem unbekannten Angreifer erstochen.

Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA zitierte den Justizbeamten Hossein Fazeli mit der Aussage, Mehrjhi und seine Frau seien mit Messerstichen im Nacken tot aufgefunden worden.

Fazeli sagte, die Tochter des Regisseurs, Mona Mehrjui, habe die Leichen gefunden, als sie ihren Vater am Samstagabend (14. Oktober) in dessen Haus in einem Vorort etwa 30 Kilometer westlich von Teheran besuchen wollte.

Laut Bericht wird in dem Fall ermittelt, noch machten die Behörden keine Angaben zu einem möglichen Motiv. In den vergangenen Wochen hatte Mohammadifar offenbar in sozialen Medien berichtet, sie sei mit einem Messer bedroht worden. 

Opfer des Regimes?

Die Morde schüren den Verdacht einer Beteiligung der Behörden. Mehrjui, 83, war in den frühen 1970er Jahren als Mitbegründer der iranischen Neuen Welle bekannt, die sich hauptsächlich auf filmischen Realismus konzentrierte, und war lange Zeit ein Kritiker der staatlichen Zensur. Letztes Jahr protestierte er wütend gegen die Entscheidung der Regierung, seinen neuesten Film zu verbieten.

Seine Ermordung erfolgte kurz nach dem ersten Jahrestag des Todes von Mahsa Amini im Gewahrsam der iranischen sogenannten Sittenpolizei. Ihr Tod hatte im Iran und Weltweit zu heftigen Protesten gegen die Führung der Islamischen Republik geführt.

**Ein gefeierter Regisseur **

Mehrjui hatte in den frühen 1960er Jahren als junger Mann an der University of California in Los Angeles Filmwissenschaften studiert. Später lebte er fünf Jahre lang in Frankreich.

Nationale und internationale Bekanntheit erlangte er mit seinem 1969 gedrehten Film "Die Kuh_", der von der Besessenheit eines Dorfbewohners erzählt. Zu seinen weiteren bemerkenswerten Filmen gehören "Hamoun", "Der Birnbaum"_ und "Leila_"_.

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter einen Silbernen Hugo beim Chicago International Film Festival 1998 und eine Goldene Muschel beim San Sebastián International Film Festival 1993. Seine Filme wurden auf internationalen Filmfestivals gefeiert, aber einige wurden im Iran aufgrund der Zensur nicht veröffentlicht.

Weitere Quellen • AP, INRA

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