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Lux-Filmpreis 2022 an Srebrenica-Drama "Quo Vadis, Aida?"

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Von Stefan Grobe
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Die 47jährige Regisseurin Jasmina Zbanic erhält den Lux-Filmpreis 2022
Die 47jährige Regisseurin Jasmina Zbanic erhält den Lux-Filmpreis 2022   -   Copyright  Euronews

Der Lux-Publikumspreis 2022 geht an: "Quo Vadis, Aida?" von Jasmina Zbanic.

Eine weitere große Auszeichnung für die 47jährige Regisseurin aus Bosnien, die damit weiterte Preise für einen Film einsammelt, den Kritiker als eine erbarmunglose Beschreibung eines Krieges bezeichneten.

Zbanic wurde im Europäischen Parlament in Straßburg begleitet von einer Überlebenden Srebrenicas.

Der Film erzählt die Ereignisse des Srebrenica-Massakers im Juli 1995 aus der Sicht einer Lehrerin namens Aida, die für die UN-Soldaten als Übersetzerin arbeitet. Sie setzt alles daran, ihren Mann und ihre Kinder vor den serbischen Truppen zu retten.

Zbanic sieht Parallelen zum Krieg in der Ukraine: Es sei wirklich traurig für sie gewesen, dass Europa nichts aus den Balkan-Kriegen gelernt habe. Man habe nicht verstanden, einen Krieg rechtzeitig zu entdecken. Jetzt sei der Krieg ein Wahnsinn. Doch habe es Zeichen für einen herauf ziehenden Krieg gegeben, die aber nicht gesehen worden seien. Dies mache sie sehr traurig. Es mache sie traurig, dass Menschen stürben, während Europa über den Krieg spreche.

Das Ende von "Quo Vadis, Aida?" ist zweideutig - es macht deutlich, dass viele Täter am Ende straffrei davon kommen.

Der Film war allgemein von der Kritik bejubelt worden und heimste Preise ein. Er war zudem 2020 für einen Goldenen Löwen in Venedig nominiert, ebenso ein Jahr später für einen Oscar.