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Vor Ratifizierung: Stoltenberg sieht NATO-Norderweiterung als Frage von Monaten

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Von Stefan Grobe  & Meabh McMahon
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NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg   -   Copyright  euronews

Mit den am Dienstag unterzeichneten NATO-Beitrittsprotokollen für Schweden und Finnland kann der Ratifizierungsprozess offiziell beginnen. 

Doch unter den nationalen Parlamenten, die dem zustimmen müssen, droht eines, den Prozess zu blockieren: die Volksvertretung in Ankara. Die türkische Regierung fordert nun die Auslieferung von Terrorverdächtigen.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg befürchtete gegenüber Euronews indes keine Verzögerung: "Das war bisher der schnellste Beitrittsprozess in der Geschichte der NATO. Die Anträge wurden Mitte Mai eingereicht. Und jetzt haben wir bereits eine politische Entscheidung getroffen und die Beitrittsprotokolle unterzeichnet. Der nächste Schritt ist dann die Ratifizierung in den Parlamenten in den 30 verbündeten Ländern. Ich bin sehr vorsichtig, irgendetwas vorherzusagen oder vor Parlamenten zu versprechen. Aber letztes Mal hat es etwa ein Jahr gedauert, und viele Verbündete haben zum Ausdruck gebracht, dass sie versuchen können, es dieses Mal schneller zu machen. Ich denke, es ist am Ende eine Frage von Monaten."

Euronews: Aber ist der türkische Präsident nicht ein wenig unberechenbar? Könnte er in Zukunft versuchen, das Bündnis zu erpressen?

Stoltenberg: "„Die wesentliche Botschaft hier ist, dass die Türkei, Finnland und Schweden vereinbart haben, bei der Bekämpfung des Terrorismus enger zusammenzuarbeiten. Und dies begrüße ich ausdrücklich."

Euronews: Natürlich wird das vom Kreml und dem russischen Präsident genau beobachtet. Bald hat er dann eine 1.300 Kilometer lange Grenze zur NATO. Die Spannungen könnten eskalieren. Sind Sie darauf vorbereitet?

Stoltenberg: "Unsere kollektive Verteidigung sieht vor, dass ein Angriff auf ein Mitglied des Büdnisses wie ein Angriff auf alle betrachtet wird und damit einen gemeinsamen Gegenangriff auslöst. Und genau deshalb haben wir auch unsere Präsenz im östlichen Teil des Bündnisses verstärkt. Jetzt stehen mehr als 40.000 Soldaten bereit. Nicht, um einen Konflikt zu provozieren, sondern um den Konflikt zu verhindern, um den Frieden zu bewahren. Und Finnland und Schweden werden bald Teil davon sein."

Das Interview führte Meabh McMahon.