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Eisige Stimmung zwischen NATO und Russland - auch in der Arktis

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Von Frank Weinert
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Die NATO in der Arktis
Die NATO in der Arktis   -   Copyright  Jason Franson/AP

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat zum Abschluss eines Besuchs in Kanada, der auch eine Besichtigung der arktischen Verteidigungsanlagen beinhaltete, vor der "strategischen Herausforderung" gewarnt, die die Aufrüstung der russischen Streitkräfte in der Arktis für das Atlantische Bündnis darstelle.

Stoltenberg und der kanadische Premierminister Justin Trudeau erinnerten daran, dass der kürzeste Weg für russische Raketen und Bomber nach Westeuropa durch die arktische Region führe.

Darüber hinaus erklärte Stoltenberg, dass Russland die Arktis nutze, um neue Waffen wie Hyperschallraketen zu testen: "Russland hat ein neues Kommando für die Arktis eingerichtet und Hunderte von neuen und aus der Sowjetära stammenden Militärstandorten in der Arktis eröffnet, darunter Flugplätze und Tiefseehäfen. Russland nutzt die Region auch als Testgebiet für viele seiner Waffensysteme."

Stoltenberg sagte, dass die NATO mit einer verstärkten Präsenz im hohen Norden und mit Investitionen in neue Fähigkeiten reagieren müsse. Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens seien sieben von acht arktischen Anrainerstaaten NATO-Mitglieder. Das einzige Land in der Arktis, das nicht dabei sein wird, ist ausgerechnet Russland.

Traditionell steht Kanada einer NATO-Präsenz in seinen arktischen Regionen skeptisch gegenüber. Trudeau sagte jedoch, die geopolitische Lage habe sich nach Russlands Einmarsch in der Ukraine geändert: "Es ist wichtig, dass wir alle die sich verändernden geopolitischen Realitäten anerkennen, mit denen die Welt jetzt konfrontiert ist. Die Länder der NATO-Allianz investieren mehr in die Fähigkeit, das NATO-Gebiet zu sichern, auch in der Arktis."

Es ist das erste Mal in der Geschichte der NATO, dass ein Generalsekretär die kanadische Arktis besucht.

Stoltenberg äußerte sich auch besorgt über die Zusammenarbeit zwischen China und Russland bei der Schifffahrt und der Erkundung von Ressourcen in der Arktis als Teil einer "sich vertiefenden strategischen Partnerschaft, die unsere Werte und unsere Interessen herausfordert".