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Inflation: Wenn der Besuch im Supermarkt zur Schatzsuche wird

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Von Stefan Grobe  & Pedro Sacadura
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Weniger gefüllte Einkaufswagen ... für höhere Lebensmittelrechnungen. In Belgien, wie in ganz Europa, zwingt die steigende Inflation die Verbraucher dazu, es sich zweimal zu überlegen, bevor sie etwas kaufen.

Für Letícia dos Santos, Mutter von zwei Kindern, dreht sich in diesen Tagen alles ums Sparen, um über die Runden zu kommen. Sie habe zwei kleine Kinder und Kosten für Windeln und Milchpulver. Stets schaue sie nach Sonderangeboten, besonders bei Fleisch. Auch Obst und Gemüse sei teurer geworden.

Höhere Preise für Fleisch, Brot und Gemüse. Für die Verbraucher wird ein einfacher Besuch im Supermarkt fast zu einer Schatzsuche. Heute etwa kostet der zweite Salat nur die Hälfte.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Dinge in absehbarer Zeit ändern. Die Inflation wirkt sich europaweit auf die Haushaltsbudgets aus, hinzu kommen höhere Energierechnungen.

Verbraucherorganisationen fordern die Regierungen zum Handeln auf und sprechen von einem strukturellen Problem.

Die derzeitige Inflation sei nicht direkt mit dem Krieg in der Ukraine verbunden, sagt Camille Perrin vom Europäischen Verbraucherschutzbund. Tatsächlich sei sie eine Folge der wirtschaftlichen Erholung nach Covid und der Preiserhöhungen für landwirtschaftliche Produkte wie Düngemittel. Auch teureres Tierfutter für die Intensivzucht spiele eine Rolle. Es liege also nicht an einem Mangel an Angebot, sondern an einem strukturellen Problem, das von Dauer sein werde.

Im Juni näherte sich die Inflation in Belgien zehn Prozent, der höchste Stand seit 40 Jahren. Die Belgische Nationalbank prognostiziert, dass die Kaufkraft vor 2023 nicht wesentlich steigen wird. Für etliche Haushalte heißt das, den Gürtel noch enger zu schnallen.