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Horizont 2035: Ist Europa auf einen riesigen Wagenpark von Elektroautos vorbereitet?

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Von Stefan Grobe
Die Hälfte aller Ladestationen in der EU befinden sich in zwei Ländern (!), in Deutschland und den Niederlanden...
Die Hälfte aller Ladestationen in der EU befinden sich in zwei Ländern (!), in Deutschland und den Niederlanden...   -   Copyright  Manu Fernandez/The Associated Press

Zu wenig Ladestationen, unsichere Stromversorgung und ein instabiles Stromnetz – die EU-Entscheidung, ab 2035 nur noch Elektroautos zuzulassen, steht einer harten Realität gegenüber.

Zugleich arbeiten die Hersteller an effizienteren Fahrzeugen mit einer Batterie-Autonomie von mehr als 600 Kilometern. Aber bieten diese Autos die gleiche individuelle Freiheit in Sachen Mobilität?

Die Autos seien nicht das Problem, die Technologie sei da, sagt die Generalsekretärin des europäischen Herstellerverbands (ACEA) Sigrid De Vries. Die Probleme lägen anderswo. Bei der Ladeinfrastruktur, beim Zugang zu den Rohstoffen und den Bedingungen, die Mobilität für kleine Unternehmen und Verbraucher bezahlbar machen sollten, einschließlich der grünen Energie.

Derzeit befindet sich die Hälfte der Ladestationen in der EU in zwei Ländern (!), Deutschland und den Niederlanden.

Das Risiko besteht darin, dass Verbraucher zögern, ein Elektroauto zu kaufen, solange nicht genug Ladestationen verfügbar sind – während Investitionen in diese Infrastruktur mehr Sicherheit über die Zahl der Elektroautos erfordern.

Hinzu kommt die Herausforderung für Stromanbieter. Eine riesige Flotte von möglicherweise Hunderten Millionen neuer Elektroautos würde Schätzungen zufolge eine zusätzliche Stromerzeugung von Hunderten von Milliarden Kilowattstunden bedeuten.

Die Stromerzeugung müsse erhöht werden, aber das sei auch geplant, sagt der deutsche Grünen-Abgeordnete Michael Bloss. Dazu müssten erneuerbare Energien ausgebaut werden. In Deutschland etwa sei geplant, den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strom bis 2030 auf 80 Prozent zu erhöhen - dies für die wachsende Flotte von Elektroautos, aber auch für Heizungen.

Schließlich das Problem Stromnetz. Elektrofahrzeuge machten das Netz instabil, heißt es bisweilen. Dies würde erhebliche Investitionen zur Modernisierung der bestehenden Infrastrukturen erfordern, um dem massiven Nachfrageanstieg an Strom standzuhalten.

Die EU-Kommission schätzt, dass in diesem Jahrzehnt mehr als eine halbe Billion Euro benötigt werden, um Europas Stromnetze zu modernisieren.

Der Weg bis 2035 wird lang und kostspielig...