Bangen in Antwerpen - kommen Sanktionen gegen russische Diamanten?

Antwerpen - Schwerpunkt des weltweiten Diamantenhandels
Antwerpen - Schwerpunkt des weltweiten Diamantenhandels Copyright Yves Logghe/AP2003
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Von Stefan GrobeAida Sanchez Alonso
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Bislang sind Edelsteine aus Russland von den EU-Sanktionen verschont geblieben, aber der Druck wird immer größer. Während des G7-Gipfels verschoben die wichtigsten Industrieländer der Welt das Verbot, verpflichteten sich aber, weiter daran zu arbeiten.

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80 % der weltweiten Rohdiamanten werden in dieser kleinen Straße in der belgischen Stadt Antwerpen gehandelt.

Bislang sind Edelsteine aus Russland von den EU-Sanktionen verschont geblieben, aber der Druck wird immer größer.

Während des G7-Gipfels verschoben die wichtigsten Industrieländer der Welt das Verbot, verpflichteten sich aber, weiter daran zu arbeiten.

Das Antwerpener Weltdiamanten-Zentrum warnt, dass Sanktionen nur dann greifen, wenn sie global sind.

"Wenn die Europäische Union beschließen würde, es allein zu tun, wäre das sehr dramatisch für Antwerpen, weil es bedeutet, dass der Rest der Welt, der sich nicht um Sanktionen kümmert, und das ist die Realität, weiterhin mit russischen Diamanten handeln wird. Das wird keine Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben", sagt Tom Neys, Leiter der Medienarbeit des Antwerpener Weltdiamanten-Zentrums

Er warnt auch davor, dass sich der Markt in Länder verlagern könnte, die in Bezug auf die Herkunft der Diamanten und die Geldwäsche weniger wachsam sind, was in Antwerpen zu Verlusten führen würde.

Russland produziert 30 Prozent der weltweiten Diamanten, fast alle über die staatliche Alrosa.

Einige Antwerpener Juweliere haben ihre Lieferanten bereits gewechselt. Ihre Kunden in G7-Ländern wie den USA, Frankreich und Kanada haben sie dazu aufgefordert.

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"Es ist sehr schwierig, immer die Herkunft eines geschliffenen Diamanten zu kennen, aber natürlich habe ich russische Diamanten verwendet. Aber ich weiß schon, dass der Markt hier in Antwerpen viel strenger ist", meint Ilana Brandwain, Juwelierin und Gründerin von Nobel Fine Jewellery. "Alle großen Juwelierhäuser, die viele der Büros hier beliefern, verwenden keine russischen Diamanten, weil sie es für ihre Kunden verlangt haben."

Die G7-Staaten setzen sich vorerst für die Erforschung einer neuen Technologie ein, mit der sich die Herkunft von Diamanten zurückverfolgen lässt.

EU-Ratspräsident Charles Michel hat bereits gewarnt, dass der Handel mit russischen Diamanten eingeschränkt werden wird. Ein Datum hat er aber noch nicht genannt.

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