Silvester-Qual der Wahl: Lieber "trockener" oder "feuchter" Januar?

Gut geschenkte Drinks - für viele üver die Feiertage ein Muss. Und was kommt danach?
Gut geschenkte Drinks - für viele üver die Feiertage ein Muss. Und was kommt danach? Copyright Eric Risberg/AP
Von Sophia KhatsenkovaEuronews
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Der "trockeme" Januar, auch Dry January, ist längst kein Phänomen mehr. Viele halten die Selbstkasteiung für eine angemessene Reaktion auf manchmal zu exzessive Genüsse während der Feiertage. Was dafür, aber auch dagegen spricht, erfahren Sie in The Cube.

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Neues Jahr, neues Ich? Jedes Jahr im Januar nehmen sich die meisten von uns vor, etwas für sich zu tun, sei es Sport zu treiben oder mehr Bücher zu lesen. Für manche bedeutet das auch, den Alkoholkonsum zu reduzieren.

Diese Tradition nach den Feiertagen ist auch als "trockener Januar" bekannt: einen ganzen Monat lang auf Alkohol verzichten.

Aber funktioniert der 31-tägige Verzicht auf Alkohol wirklich? Schauen wir uns das mal genauer an. In diesem Moment sind Ihre sozialen Medien wahrscheinlich überschwemmt von Beiträgen zur Selbstverbesserung und vielleicht sogar von ein paar Ankündigungen Ihrer Lieben, dass sie den ganzen Januar über nüchtern bleiben

"Erhebliche Vorteile"

Aber kann eine solche kurzfristige Trinkpause wirklich gesundheitliche Vorteile mit sich bringen?

Wir haben diese Frage an Dr. Rajiv Jalan, Professor für Hepatologie am University College London, gestellt, der die Auswirkungen des trockenen Januars untersucht hat.

Er sagte im Interview: "Wir haben festgestellt, dass die Einhaltung des trockenen Januars erhebliche gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Das Wichtigste, was wir bei den Patienten feststellen konnten, war das Gefühl von Energie, ihre Konzentration und ihr Schlaf. Die meisten von ihnen haben ihr Gewicht reduziert, fast zwei bis drei Kilogramm in einem Monat. Wir haben die Teilnehmer nach drei bis sechs Monaten weiter befragt, um herauszufinden, welche Auswirkungen der "Dry January" auf sie hatte. Und im Allgemeinen fühlten sie sich im letzten Monat so gut, dass sie mehr Angst hatten, zu trinken, vor allem unter der Woche. In den folgenden sechs Monaten blieb ihr Alkoholkonsum niedrig. "

Ab wann ist das Trinkverhalten verdächtig?

Der Weltgesundheitsorganisation zufolge gibt es kein sicheres Maß an Alkoholkonsum. Und der Verzicht auf Alkohol ist die einzige Möglichkeit, seine schädlichen Auswirkungen zu vermeiden.

Fast jeder fünfte Europäer gab an, im Jahr 2019 mindestens einmal im Monat einen starken Alkoholkonsum - also mehr als 6 Einheiten Alkohol auf einmal - zu haben.

Einige Experten haben jedoch davor gewarnt, dass der trockene Januar einen negativen Bumerang-Effekt auslösen könnte, ähnlich wie bei einer strengen Diät, bei der man erst abstinent ist und dann in einen Rausch verfällt.

Der British Liver Trust empfiehlt, zwei oder drei Tage pro Woche keinen Alkohol zu trinken, damit sich die Leber regelmäßig erholen kann, anstatt einen Monat lang abstinent zu bleiben und dann zu alten Gewohnheiten zurückzukehren.

Experte: "Mythos Bumerang-Effekt"

Laut Joe Marley, Kommunikationsdirektor von Alcohol Change UK, der Wohltätigkeitsorganisation, die 2013 die Dry January-Kampagne ins Leben gerufen hat, haben Studien jedoch das Gegenteil gezeigt: "Es ist ein kleiner Mythos, dass die Teilnahme am trockenen Januar ein Bumerang ist. Sieben von zehn Menschen trinken auch noch sechs Monate später auf eine bewusstere und gesündere Art und Weise. Es gibt also nicht wirklich Beweise dafür, dass die Menschen Ende Januar in alte Gewohnheiten zurückfallen."

Gibt es also jemanden, der den trockenen Januar nicht mitmachen sollte? Nach Aussage aller Experten, mit denen wir gesprochen haben, ist die Kampagne für gesellige Trinker gedacht, nicht für Menschen, die sich erholen wollen.

Aber wenn Ihnen der trockene Januar zu entmutigend erscheint, können Sie auch den feuchten Januar ausprobieren. Das bedeutet, dass man sich nur zu besonderen Anlässen wie einem Geburtstag oder einer Hochzeit einen oder zwei Drinks gönnt.

Vielen Dank fürs Zuschauen und ein frohes neues Jahr!

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