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#TheCube - Zum Schutz des Selbstbewusstseins: Sollten Schönheitsfilter reguliert werden?

Links ist Euronews-Reporterin Sophia Khatsenkova ungeschminkt zu sehen, rechts mit einem Schönheitsfilter der Social-Media-App TikTok.
Links ist Euronews-Reporterin Sophia Khatsenkova ungeschminkt zu sehen, rechts mit einem Schönheitsfilter der Social-Media-App TikTok. Copyright Euronews
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Von Sophia Khatsenkova
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Schönheitsfilter merzen auf Sozialen Medien sämtliche Makel aus. Das bedroht laut Expert:innen das Selbstbewusstsein der Nutzer:innen. Doch packt eine Regulierung der Filter das Problem wirklich an der Wurzel?

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Viele Menschen haben mit Cellulite, Pickeln und Imperfektionen zu kämpfen - scrollt man jedoch durch Soziale Medien, kann der Eindruck entstehen, jeder sehe makellos aus.

Das liegt zum Teil an Schönheitsfiltern und anderen Apps, die es möglich machen, das eigene Aussehen zu verändern: Egal ob es darum geht, Falten zu glätten oder das Gesicht dünner zu machen. Der Markt für diese Apps boomt gerade -  und die Filter werden immer ausgefeilter.

Schädlich für das Selbstbewusstsein

Einige Expert:innen befürchten, dass diese Hilfsmittel schädlich sind, da sie vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen unrealistische Schönheitsideale verbreiten. Soziale Medien stehen laut mehreren Studien auch in Verbindung mit Depressionen und Körperdysmorphie.

Eine Untersuchung der Marke Dove hat herausgefunden, dass 80% aller weiblichen Jugendlichen angaben, ihr Aussehen in einem Online-Foto ab dem Alter von 13 Jahren verändert zu haben.

Regulierungen gegen Filter in europäischen Ländern

Deshalb haben einige Länder in Europa entschieden, die Verwendung dieser Filter zu regulieren.

In Norwegen ist es für Werbetreibende und Social-Media-Influencer:innen illegal, Werbebeiträge online zu teilen, ohne anzugeben, ob das Bild bearbeitet wurde. In Frankreich denkt man über ein ähnliches Gesetz nach. Bruno Le Maire, der französische Wirtschaftsminister, hat in einem Tweet im März geschrieben: 

"Wir werden es zur Pflicht machen, die Verwendung eines Filters oder die Bearbeitung eines Foto- oder Videoinhalts bei einer bezahlten Zusammenarbeit kenntlich zu machen. Wir tun dies, um die destruktiven psychologischen Effekte dieser Praktiken auf das Selbstbewusstsein von Internetnutzer:innen zu begrenzen."

Ähnliche Vorschriften werden gerade im Vereinigten Königreich diskutiert.

Regulierungen packen das Problem nicht an der Wurzel

Einige Expert:innen argumentieren jedoch, dass die Regulierung dieser neuen Technologien nicht den Kern des Problems angeht. So auch die Medienpsychologin Pamela Ruthledge:

"Das wahre Problem ist die Selbstwahrnehmung der Menschen, nicht per se die Filter. Untersuchungen zeigen, dass es nicht wirklich etwas an der Körperwahrnehmung verändert, jedes Mal das Foto als bearbeitet zu markieren, obwohl man meinen könnte, dass es funktioniert. Die Ergebnisse sind jedoch nicht besonders ermutigend. Es würde mich sehr glücklich machen, wenn Medienkompetenz- und Digitalkompetenz-Training gefördert werden würde, um Kinder wirklich vorzubereiten. Denn was heute der Filter ist, wird morgen etwas anderes sein."

Eine 2020 vom britischen Unterhaus in Auftrag gegebene Umfrage fand heraus, dass nur 5% der unter 18-Jährigen angaben, nicht darüber nachzudenken, ihr Aussehen mithilfe von Diäten oder Schönheitsoperationen zu verändern.

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