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Von Paris nach New York in 1,5 Stunden: Der Wasserstoffjet, der den Hyperschallflug einführen soll

Der Eiger-Prototyp von Destinus, der am 13. April 2022 seinen Jungfernflug absolvierte.
Der Eiger-Prototyp von Destinus, der am 13. April 2022 seinen Jungfernflug absolvierte. Copyright Destinus
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Von Luke Hurst mit AP
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Ein wasserstoffbetriebener Jet könnten eine neue Ära des Hyperschallflugs einläuten, der die Flugzeiten rund um den Globus auf wenige Stunden verkürzen würde.

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Das letzte Flugzeug, dem dieses Kunststück gelang, war die Concorde, das Überschallflugzeug anglo-französischer Ingenieurskunst.

In ihrer Blütezeit überquerte sie den Atlantik in einer Rekordzeit von rund 3,5 Stunden und flog dabei mit einer Geschwindigkeit von über 2.100 km/h.

Ein Flug von Europa nach Australien dauert in einem normalen Passagierflugzeug derzeit rund 20 Stunden. Das Schweizer Start-up-Unternehmen Destinus will diese Flugzeit auf etwas mehr als vier Stunden verkürzen - mit einem wasserstoffbetriebenen Hyperschall-Passagierflugzeug.

Seinen Flugzeugprototyp hat Destinus in den letzten Jahren bereits getestet und Ende 2022 erfolgreiche Testflüge des zweiten Prototyps "Eiger" gemeldet. 

"Die Prototypen sehen anders aus als das Endprodukt, weil das Endprodukt über eine sehr fortschrittliche Antriebstechnologie verfügt", erklärte Bart Van Hove, Abteilungsleiter für fortgeschrittene Studien bei Destinus, auf der diesjährigen Paris Air Show in Le Bourget.

"Es verfügt über verschiedene Arten von Triebwerken, Turbojets und Staustrahltriebwerke, die alle mit Wasserstoff betrieben werden und wasserstoffgekühlt sind. Das geht mit einer bestimmten Fahrzeugkonfiguration einher, wie sie in unserer Vision zu sehen ist: ein Flugzeug, das eine große Menge Luft ansaugt, mit einem zentralen Kanal, der sich in verschiedene Triebwerkskanäle aufteilt."

"Das ist beim Prototyp nicht der Fall. Es handelt sich da eher um eine klassische Konfiguration, weil wir Schritt für Schritt vorgehen".

Investitionen der spanischen Regierung

Im April erhielt das Unternehmen einen Investitionsschub, als es seine Teilnahme an einem Programm des spanischen Wissenschaftsministeriums ankündigte, das Teil der Pläne der spanischen Regierung zur Entwicklung von Überschallflügen mit Wasserstoffantrieb ist.

Die zuständige Behörde, das "Centro para el Desarrollo Tecnológico e Industrial", hat das Projekt aus der Schweiz als strategische Initiative ausgewählt für ihren "Plan de Tecnologías Aeronáuticas" (PTA). Die Gesamtinvestition betragen 12 Millionen Euro, beteiligt sind Unternehmen, Technologiezentren und spanische Universitäten.

Er freue sich über die Zuschüsse, sagt Vice President Davide Bonetti, zuständig für Geschäftsentwicklung und Produkte. "Weil sie ein klares Zeichen dafür sind, dass Destinus zu den strategischen Zielen Spaniens und Europas zur Förderung des Wasserstoffflugzeugs passt, so Bonetti. 

Wir versuchen, das ultimative Ziel zu erreichen, nämlich Menschen sicher und emissionsfrei mit Wasserstoff im Hyperschall zu befördern. Das heißt, in vier Stunden um die ganze Welt. Mit Überschall ist das nicht möglich.
Bart Van Hove
Destinus

"Für Deep-Tech-Unternehmen wie uns ist der Zugang zu diesen EU-Fördermitteln unerlässlich, um Spitzenforschung zu betreiben und die Innovation zu beschleunigen, die wir brauchen, um auf globaler Ebene wettbewerbsfähig zu sein. Damit werden wasserstoffbasierte Lösungen für die Mobilität in der Luftfahrt einen Schritt näher an die Realität heranrücken."

"Wir versuchen, das ultimative Ziel zu erreichen: Menschen sicher mit Wasserstoff zu fliegen, ohne Emissionen, mit Hyperschall. Das heißt, in vier Stunden um die ganze Welt. Mit Überschall ist das einfach unmöglich", so Bart Van Hove.

Die Wärmeentwicklung stellt jedoch eine Herausforderung für die Konstruktion dar.

Forscher der RMIT-Universität in Melbourne haben vor kurzem 3D-gedruckte Katalysatoren entwickelt, die ihrer Meinung nach den Hyperschallflug antreiben und als Kühlmittel gegen die extreme Hitze wirken können, die entsteht, wenn Flugzeuge mit der fünffachen Schallgeschwindigkeit fliegen, d. h. mit rund 6 100 Kilometern pro Stunde (km/h).

Bei diesen Geschwindigkeiten könnten künftige kommerzielle Fluggesellschaften die Strecke zwischen Paris und New York in etwa 90 Minuten zurücklegen.

Von Frankfurt nach Sydney in 4 Stunden und 15 Minuten

Wasserstoff als Energieträger ist Gegenstand zahlreicher Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Befürworter verweisen auf seine Umweltfreundlichkeit, denn bei der Verbrennung von Wasserstoff entstehen hauptsächlich Wärme und Wasser.

Die erzeugte Wärmemenge stellt eine Herausforderung für die Konstruktion dar.

Forscher der RMIT-Universität in Melbourne haben kürzlich 3D-gedruckte Katalysatoren entwickelt, die den Hyperschallflug antreiben sollen und gleichzeitig als Kühlmittel gegen die extreme Hitze wirken können, die entsteht, wenn Flugzeuge mit der fünffachen Schallgeschwindigkeit fliegen, das heißt mit rund 6.100 Kilometern pro Stunde. 

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Bei diesen Geschwindigkeiten könnten künftige kommerzielle Fluggesellschaften die Strecke zwischen London und New York in rund 90 Minuten zurücklegen.

Das Schweizer Start-up-Unternehmen gibt an, dass mit seiner Technologie ein Flug von Frankfurt nach Sydney statt 20 Stunden nur noch 4 Stunden und 15 Minuten dauern würde, ein Flug von Frankfurt nach Shanghai würde 2 Stunden und 45 Minuten dauern, also acht Stunden kürzer als die derzeitige Flugzeit.

Seit Juni 2022 arbeitet Destinus mit dem spanischen Triebwerkshersteller ITP Aero zusammen, um eine Testanlage für Wasserstofftriebwerke zu entwickeln. Mit dem Zuschuss der spanischen Regierung wird der Bau einer Testanlage in der Nähe von Madrid finanziert, in der die Wasserstoffmotoren auf Herz und Nieren geprüft werden sollen.

Spanien will bei der Entwicklung und Herstellung wasserstoffbasierter Mobilität in Zukunft eine Vorreiterrolle spielen.

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