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Urlaub zum Nachholen: Solidarische Buchungsaktion rettet B&B in Neapel

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Urlaub zum Nachholen: Solidarische Buchungsaktion rettet B&B in Neapel
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Von Luca Palamara
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Vor einem Monat entschied sich Fabrizio, sein Bed and Breakfast im Zentrum von Neapel endgültig zu schließen. Obwohl es seit seiner Eröffnung vor 10 Jahren zu den am besten bewerteten Unterkünften des Landes zählte, sahen er und seine Frau keine andere Lösung.

Wegen der Pandemie-Beschränkungen blieben fast 14 Monate lang die Touristen aus. Doch dann kamen die beiden auf eine originelle Idee.

"Wir haben den 'Soggiorno sospeso' erfunden, den 'aufgeschobenen Urlaub', der Ihnen die Möglichkeit gibt, für sich oder Ihre Freunde einen Urlaub in unserem Etablissement zu buchen, von jetzt an für die nächsten zwei Jahre. Selbst mit einer kleinen Anzahlung wissen die Leute, dass sie, sobald dieser Albtraum vorbei ist, als Allererstes in Neapel Urlaub machen werden."

"Soggiorno sospeso" bedeutet "aufgeschobener Urlaub"

In Neapel gibt es eine solidarische Tradition: Menschen bestellen einen weiteren Kaffee am Tresen, der Bedürftigen auf Anfrage ausgeschenkt wird. Man nennt das 'Caffè sospeso', aufgeschobenen Kaffee.

Und jetzt wird die gleiche Großzügigkeit auf Fabrizio angewandt, um sicherzustellen, dass sein B&B die schwierigen Zeiten überlebt.

Eine lokale Besonderheit der neapolitanischen Kultur wird auf diese Weise wiederbelebt und führt nach Monaten der Isolation und der Entfernung zu einem neuen Miteinander.

15.000 Euro für "aufgeschobene Urlaube"

Denn Fabrizios Hilferuf stieß auf erstaunlich große Resonanz: 15.000 Euro für "aufgeschobene Urlaube" kamen in nur zwei Wochen zusammen.

Fabrizio De Lella: "Das Beste an der Sache ist, dass wir nicht mehr schließen müssen. Unser Traum geht weiter. Und wir haben wieder den Kontakt zu unserer Community. Wir haben Geld von all unseren Kunden aus der ganzen Welt erhalten, von Brasilien bis Holland, von Amerika bis Australien, von Polen bis zur Schweiz. Sie haben uns von überall her ihre Unterstützung zugesagt."

Bis zu 12.000 Bed & Breakfast Pensionen mussten in Neapel im vergangenen Jahr ihre Türen schließen. Eine blühende Tourismusindustrie wurde durch die Pandemie fast vollständig ausgelöscht.

Nur rund 2.000 haben überlebt, Fabrizio gehört dazu, dank einer lokalen Tradition - und ziemlich guter internationaler Freunde.