Nach US-Luftangriffen auf den Iran und iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte am Golf sieht Donald Trump die Waffenruhe als beendet an. Auf dem NATO-Gipfel in Ankara sagte der US-Präsident: "Was mich betrifft, ist es vorbei."
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, der Waffenstillstand mit dem Iran sei "vorbei", nachdem Washington in der Nacht Luftangriffe auf das Land geflogen hatte, woraufhin der Iran mit Angriffen auf US-Stützpunkte am Golf reagierte.
"Was mich betrifft, ist es vorbei", sagte Trump am Mittwochmorgen auf dem NATO-Gipfel in Ankara. Er antwortete damit auf eine Frage, ob der Waffenstillstand mit dem Iran nun beendet sei.
Die USA haben am frühen Mittwoch neue Angriffe gegen den Iran geflogen und nach Angaben des US-Zentralkommandos CENTCOM mehr als achtzig Ziele getroffen. Die Operation sei eine Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Schiffe in der Straße von Hormus gewesen, erklärte CENTCOM.
US-Streitkräfte griffen demnach iranische Luftverteidigungssysteme, Führungs- und Kontrollstrukturen, Küstenradare, Fähigkeiten für Schiffsabwehrraketen sowie mehr als sechzig kleine Boote der Revolutionsgarden in und nahe der Meerenge an. Das teilte das US-Militär in einer Erklärung auf X mit.
Die Angriffe erfolgten während eines Besuchs von US-Präsident Donald Trump in der Türkei, wo er an einem NATO-Gipfel teilnahm.
Der Iran warnte Washington umgehend und kündigte an, "alle als nötig erachteten Maßnahmen" zu ergreifen. Damit wächst die Gefahr, dass die Zwischenvereinbarung zur Aussetzung der Kämpfe scheitert. Ein Zusammenbruch könnte den Nahen Osten erneut an den Rand eines größeren Konflikts bringen.
In Bahrain, dem Stützpunkt der fünften Flotte der US-Marine, heulten am Mittwochmorgen nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran die Raketenalarm-Sirenen.
CENTCOM erklärte, die US-Streitkräfte hätten die Schläge ausgeführt, "um einen hohen Preis" für Angriffe auf Handelsschiffe in einer internationalen Wasserstraße zu verhängen. Die Schiffe seien von unschuldigen Zivilisten bemannt gewesen.
Das Kommando erklärte weiter, getroffen worden seien unter anderem iranische Luftabwehrsysteme, Radare und mehr als sechzig kleine Boote, die von den paramilitärischen Revolutionsgarden genutzt werden.
Das US-Militär sei weiterhin "aufgestellt und bereit", den Iran zur Verantwortung zu ziehen, sollte die Vereinbarung nicht eingehalten werden, hieß es weiter. Die aktuelle Angriffswelle sei inzwischen beendet.
Das iranische Außenministerium warf den Vereinigten Staaten vor, das zwischen beiden Seiten vereinbarte Memorandum of Understanding wiederholt zu verletzen, und drohte mit Vergeltung.
"Die Ära der Schikane und Erpressung ist vorbei", schrieb Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X. "Sie führt zu nichts. Wir knicken nicht ein."
Staatliche Medien im Iran meldeten Explosionsgeräusche in Bandar Abbas, Qeshm und Sirik. Das zentrale Militärkommando kündigte an, auf diese "Aggression und terroristische Tat" entschlossen zu reagieren.
"Unter keinen Umständen werden die iranischen Streitkräfte eine Einmischung in Angelegenheiten der Straße von Hormus zulassen oder anderen gestatten, sie zu kontrollieren", hieß es.
Eine ähnliche Serie iranischer Angriffe auf die Schifffahrt und anschließender US-Vergeltungsschläge hatte sich bereits Ende vergangenen Monats ereignet. Daraufhin griff der Iran auch Ziele in Bahrain und Kuwait an.
Nach den Angriffen auf die Schifffahrt hoben die USA zudem eine Lizenz auf, die im Rahmen der Zwischenvereinbarung den Verkauf iranischen Öls erlaubte.
Ein Tanker war nach Angaben des britischen Zentrums für maritime Handelsoperationen vor der Küste Omans unterwegs, als er getroffen wurde und Feuer fing. Die beiden anderen Schiffe wurden demnach beschädigt. Verletzte gab es jedoch nicht; beide Schiffe setzten ihre Fahrt durch die Straße von Hormus fort.