Kongolesische Menschenrechtsaktivistin "MaMasika" ist tot - ein Nachruf

Kongolesische Menschenrechtsaktivistin "MaMasika" ist tot - ein Nachruf
Von Cornelia Trefflich
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Rebecca Masika Katsuva, Menschenrechtsaktivistin aus der Demokratischen Republik Kongo ist am 2. Februar 2016 unerwartet an den Folgen einer

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Rebecca Masika Katsuva, Menschenrechtsaktivistin aus der Demokratischen Republik Kongo ist am 2. Februar 2016 unerwartet an den Folgen einer Malaria-Infektion gestorben.

Katsuva, die vielen nur unter dem Namen Masika bekannt ist, hat sich unermüdlich für Vergewaltigungsopfer in ihrer Heimat eingesetzt. Nachdem sie selbst mehrfach Opfer unvorstellbarer Grausamkeiten geworden war, hat sie Ende der 1990er Jahre ihr Haus in ein “Zuhörhaus” für vergewaltigte Mädchen, Frauen und Opfer sexueller Übergriffe verwandelt.

#MaMasika was returned to the land of our ancestors this afternoon. May She rest in Freedom. #Congo#Masika#Minovapic.twitter.com/dsc4RCNrNa

— Vava Tampa (@VavaTampa) 3 Février 2016

Doch ihr Haus befindet sich nicht irgendwo, sondern mitten in Südkivu, einer der am stärksten durch den Dritten Kongokrieg betroffenen Regionen, im Osten der Demokratische Republik Kongo.

Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen auf Familien: Familienväter werden getötet, Frauen und Mädchen durch Rebellengruppen vergewaltigt. Als Folge werden die Frauen von ihrer Familie geächtet und stehen vor dem Nichts. Selbst betroffen, nahm Masika Frauen und Kinder in ihrem Haus auf. 2002 gab sie ihrem Haus den Namen Association des Personnes Desherites Unies pour le Development, kurz APDUD.

Seeds of Hope is a film about the life and work of #mamasika which we screened as part of #CongoWeek2015pic.twitter.com/5nsGGrZKes

— BlackHistoryStudies (@BlkHistStudies) February 3, 2016

2010 wurde Masika mit dem Ginetta Sagan Award ausgezeichnet. Der mit 10.000 US-Dollar dotierte Preis ehrt Frauen, die sich unter großem persönlichem Risiko für die Rechte und Freiheiten von Frauen und Kindern einsetzen, besonders in Regionen, in denen Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind.

Ihr Verein hat inzwischen mehr 6.000 Frauen dabei geholfen, trotz ihrer traumatischen Erfahrungen einen Neuanfang zu wagen. Sie leben in rund 50 Häusern, die von APDUD gebaut wurden und betreiben gemeinschaftlich Farmland, leben und arbeiten zusammen. Viele haben sich im Umland, unweit von Masikas Haus angesiedelt, als Teil von Masikas ständig wachsender Familie.

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Über den Ginetta Sagan Preis, den Masika 2010 erhalten hat:

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