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Wodurch wurde Pussy-Riot-Aktivist (30) vergiftet? Charité-Ärzte zum mysteriösen Fall

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Wodurch wurde Pussy-Riot-Aktivist (30) vergiftet? Charité-Ärzte zum mysteriösen Fall

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REUTERS/Fabrizio Bensch
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Ärzte der Berliner Uniklinik Charité gehen davon aus, dass das Pussy-Riot-Mitglied Pjotr Wersilow (30) vergiftet worden ist. Der Russe wird seit Samstag in dem Krankenhaus behandelt. Charité-Chef Karl Max Einhäupl erklärte, Wersilows Vergiftung sei dank schnell eingeleiteter Hilfsmaßnahmen zu keinem Zeitpunkt "schwerst lebensbedrohlich" gewesen. Ohne diese Maßnahmen hätte sie es aber sein können.

Welche Substanz Werrsilow verabreicht wurde, konnten die Mediziner noch nicht sagen. Sie müsse aber in einer hohen Dosis verabreicht worden sein.

Kritischer Zustand deutlich gebessert

Charité-Intensivmediziner Kai-Uwe Eckardt ergänzte: "Wie Herr Einhäupl gerade gesagt hat, ist der Patient weiterhin in einem Zustand, der intensivmedizinische Betreuung notwendig macht. Ich denke aber, dass die wichtigste Nachricht des Tages ist, dass sein Zustand nicht lebensbedrohlich ist. Der kritische Zustand hat sich deutlich gebessert. "

Wersilow wurde per privat finanziertem Ambulanz-Flugzeug aus Moskau nach Berlin geflogen. Er war wegen einer Flitzer-Aktion beim WM-Finale in Moskau Mitte Juli zu wochenlangem Arrest verurteilt worden. Der Flug nach Berlin-Schönefeld wurde vom Gründer der sozialen Initiative Cinema for Peace und weiteren, ungenannten Geldgebern bezahlt.

Rückkehr nach Moskau "Frage der Ehre"

Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa rechnet damit, dass Wersilow nach seiner Genesung nach Moskau zurück will: "In dem Moment, in dem er ein Ticket bekommt, wird er es in Anspruch nehmen. Es ist eine Frage der Ehre, in Russland zu bleiben."

Euronews-Korrespondentin Jessica Saltz kommentierte in Berlin: "Wersilow hat die russische und die kanadische Staatsbürgerschaft. Die kanadische Botschaft hier hat sich sicherlich hilfreich eingemischt. Sie trägt offenbar die Behandlungskosten hier in Berlin und hat weitere Unterstützung im Fall Wersilow zugesagt."