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Hacker legen AfD-Seiten zum Anschwärzen von Lehrern lahm

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Hacker legen AfD-Seiten zum Anschwärzen von Lehrern lahm

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Auf Twitter teilen einige mit Freude die Nachricht, dass mehrere Internetseiten von lokalen AfD-Gruppen, auf denen Schüler "nicht neutrale" Lehrer anzeigen konnten, lahmgelegt wurden. Offenbar hat es eine Hacker-Attacke gegeben.

Auf den entsprechenden AfD-Seiten ist zu lesen: "Die Seite Steht In Kürze Wieder Zur Verfügung Leider kam es auf dieser Seite zu einem Hackerangriff, so dass viele Funktionen teilweise oder gänzlich nicht mehr aufrufbar waren. Die Seite wird aktuell überarbeitet um sie vor weiteren Angriffen zu schützen. Wir bitten um Verständnis. Ihr Team Räpple"

Zuvor hatte nicht nur die deutsche Justizministerin Katarina Barley (SPD) diese Seiten kritisiert. Sie sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung»: «Organisierte Denunziation ist ein Mittel von Diktaturen.»

Auch der Chef der Kultusministerkonferenz (KMK) sprach von einem "No Go".

Die Rechtspopulisten wollen mit den Portalen dagegen vorgehen, wenn Lehrer vor Schülern gegen sie argumentieren. Die Hamburger AfD hat eine solche Seite in Arbeit, die der AfD in Baden-Württemberg ist inzwischen lahmgelegt.

Torsten Richter von der GEW Sachsen-Anhalt meint: " In Sachsen-Anhalt ist die Plattform in Planung, da ist zunächst nichts rechtlich angreifbares zu erkennen. Die Plattform in Hamburg scheint sich auch zunächst im rechtlich zulässigen Rahmen zu halten, das wird man beobachten müssen, wie dort mit den Daten umgegangen wird."

Die Kultusminister wollten sich auf ihrer bis Freitag dauernden Tagung in Berlin gegen die AfD-Portale positionieren.

Baden-Württembergs Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) hatte bereits die Plattform-Pläne als «völlig daneben» bezeichnet. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verurteilte das AfD-Vorgehen ebenfalls mit deutlichen Worten. Der Chef des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, bekräftigte im ZDF, die Lehrer wiesen den Vorwurf, sie würden einseitig zu Ungunsten der AfD informieren, aufs Schärfste zurück.

Der Vorwurf der AfD lautet, dass Lehrer, die sich kritisch über die AfD äußern, ihr Neutralitätsgebot verletzen. In parlamentarischen Anfragen sammelten sie Hinweise auf solche Fälle. Sie legte auch mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden ein.

AfD-Vizechef Georg Pazderski wies die Kritik zurück. Er sagte, die Online-Portale in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen seien «unbedingt notwendig, weil in vielen Schulen von Lehrern nur noch ein einseitiges links-grünes Weltbild verbreitet und geduldet wird». Lehrer, die im «Fuck AfD»-T-Shirt unterrichteten, hätten an den Schulen nichts zu suchen.

Auf Twitter teilen viele Screenshots der lahmgelegten Seite.