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Fall Khashoggi: Merkel "in diesem Zustand" gegen Rüstungsexporte

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Fall Khashoggi: Merkel "in diesem Zustand" gegen Rüstungsexporte

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wegen der Unklarheiten im Todesfall Jamal Khashoggi eine Fortsetzung der Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien ausgeschlossen. Saudi-Arabien ist gegenwärtig nach Algerien der zweitbeste Kunde der deutschen Rüstungsindustrie.

Zu der Gewalttat, die sie in aller Schärfe verurteile, gebe es dringenden weiteren Klärungsbedarf, sagte Merkel mit Blick auf die Ereignisse im saudischen Konsulat von Istanbul: "Stimm ich all denen zu, die sagen, gerade was auch die sowieso schon limitierten aber was Rüstungsexporte anbelangt kann das nicht stattfinden in dem Zustand in dem wir im Augenblick sind."

Reaktion aus London

Der britische Brexit-Minister Dominic Raab wollte sich nicht auf Maßnahmen gegen das Königreich festlegen, kritisierte aber dessen Informationspolitik: "Nein, das ist nicht glaubwürdig und es ist ein schrecklicher Fall. Ich denke, wir unterstützen die türkische Untersuchung. Die britische Regierung will, dass jemand für den Tod zur Verantwortung gezogen wird."

Die türkische Verlobte Khashoggis steht rund um die Uhr unter Polizeischutz. Der saudische König und der Kronprinz hätten der Familie des Journalisten in getrennten Telefonaten kondoliert, berichtete die saudische Agentur SPA.

Nach Angaben des saudischen Außenministers weiß die Führung des Königreichs nichts über den Verbleib von Khashoggis Leiche. Auch sei unklar, wie er getötet wurde, erklärte der Minister gegenüber dem US-Sender Fox News.

Türkische Medien gehen davon aus, dass Khashoggi von einem aus Saudi-Arabien angereisten Kommando im Konsulat gefoltert und ermordet wurde.