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5. Todesopfer nach Hauseinstürzen in Marseille

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5. Todesopfer nach Hauseinstürzen in Marseille

5. Todesopfer nach Hauseinstürzen in Marseille
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Mit bloßen Händen, Hacken und Schaufeln suchen Rettungskräfte nach Überlebenden der Hauseinstürze von Marseille. Doch die Hoffnung schwindet. Mittwochmorgen entdeckten die Einsatzkräfte eine fünfte Leiche unter den Trümmern. Und die städtischen Behörden gehen von weiteren Opfern aus. Bislang sind die Leichen von drei Männern und zwei Frauen geborgen worden.

Als "sehr wahrscheinlich" wird angenommen, dass sich während des Unglücks fünf Bewohner und drei Besucher in einem der drei als baufällig beschriebenen Gebäude aufgehalten haben. Die Häuser waren Montagmorgen nach heftigen Regenfällen in der engen, aber belebten rue d`Aubagne im Zentrum Marseilles in sich zusammengestürzt.

Kritik an städtischer Wohnungspolitik

Ein bewohntes Haus war offenbar erst im Oktober inspiziert worden. Ein Obdachloser berichtete von einem Zwischenfall Mitte Oktober: "Die Feuerwehr hatte hier einen Einsatz, nachdem ein Teil des Innenhofs von Hausnummer 65 zusammengesackt war. Sie haben alle Mieter evakuiert, auch durch die Fenster. Davon habe ich ein Video. Die Straße war einen Nachmittag gesperrt. Und jetzt - ist so etwas passiert."

Anwohner und Verbände machten die städtische Wohnungspolitik für das Unglück verantwortlich. Die Situation, in der die eingestürzten Gebäude waren, sei lange bekannt gewesen, mahnte der Sprecher eines Einwohnervereins.

Mehr als hundert Menschen aus angrenzenden Häusern mussten ihr Zuhause verlassen. Die Stadt Marseille gab über Twitter bekannt, dass der Hauseigentümer der rue d` Aubagne 67 gegen die Eigentümer des Nachbargebäudes juristisch vorgegangen war. Anlass war die Sorge um die Stabilität der Mauer zwischen den Gebäuden.