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Schwarze Löcher: Forscher weisen uralte Kollision nach

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Schwarze Löcher: Forscher weisen uralte Kollision nach

Zwei schwarze Löcher nähern sich einander (Weltraumteleskop WISE)
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Vor neun Millionen Jahren kollidierten zwei schwarze Löcher, irgendwo weit entfernt von unserer Galaxie. Sie verschmolzen zu einem neuen schwarzen Loch, das wahrscheinlich 80 Mal so groß wie die Sonne wurde.

Millionen Jahre später kam das "Geräusch" dieses Aufeinandertreffens auf der Erde an. Am 29. Juli 2018 in Form von Gravitationswellen.

Messen konnten es Forscher von der National University of Australia mit dem recht neuen Instrument LIGO. Der LIGO-Detektor in den USA ist neben VIRGO in Italien eines der wenigen existierenden Geräte, dessen Laser so präzise messen kann, dass er Gravitationswellen erkennt.

Nachweis der Gravitationswellen: Was ist daran besonders?

Gravitationswellen sind winzige Schwingungen der Raumzeit, die den Planeten nach stellaren Ereignissen wie diesem überqueren. Albert Einstein hatte bereits vor einem Jahrhundert vorhergesagt, dass es Gravitationswellen gibt. Wirklich nachweisen konnten Physiker sie allerdings erst im Jahr 2015. Das brachte ihnen 2017 den Physiknobelpreis.

Die 10. Messung von Gravitationswellen

Die jetzt gemessene Kollision ist nicht nur die größte. "Sie ist auch die mit Abstand am weitesten von der Erde entfernte Fusion, die beobachtet wurde", sagte Susan Scott, Physikerin an der National University of Australia. Sie betonte, dass die Beobachtung dieser Schocks dazu beitragen wird, besser zu verstehen, wie viele binäre Systeme von schwarzen Löchern es im Universum gibt. Und es kann dabei helfen, ihre Masse und Geschwindigkeit, mit der sie sich während der Fusion drehen, besser zu verstehen.

Die Kollision der beiden Titanen war nicht das Einzige, das LIGO und VIRGO kürzlich entdeckten. Sie konnten drei andere Kollisionen zwischen 2016 und August 2017 messen. Diese fanden etwa drei bis sechs Milliarden Lichtjahre entfernt statt. Die daraus resultierenden schwarzen Löcher waren 56 bis 66 mal so groß wie die Sonne. Die Forscher entdeckten die Kollisionen, nachdem sie die von LIGO erhaltenen Gravitationswellendaten neu analysiert hatten. Insgesamt konnten die beiden Detektoren bisher zehn Mal Gravitationswellen aus der Fusion von schwarzen Löchern messen.