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Russlands renommierteste Bürgerrechtlerin bestattet

Russlands renommierteste Bürgerrechtlerin bestattet
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Ludmila Alexejewa, die wohl renommierteste Bürgerrechtlerin Russlands, ist bestattet worden. 1976 gründete sie mit Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow die Moskauer Helsinki-Gruppe, in den Siebzigern musste sie die damalige Sowjetunion bis 1993 verlassen. Nach ihrer Rückkehr kämpfte sie weiter, selbst der russische Präsident Wladimir Putin respektierte ihre Kritik wie es heißt.

Baratov Usman, von der Bruderschaft der Auslandsusbeken

"Vor ein paar Jahren haben wir einen Ausschuss gegen Fremdenfeindlichkeit gegründet, bei ihr zu Hause. Sie schloss jeden in ihr Herz, ich frage mich immer noch, wie sie so viele Tragödien ertragen konnte. Dutzende, manchmal Hunderte kamen täglich zu ihr. Und sie hat alle in ihr Herz geschlossen. Sie wurde fast 92, und Gott gab ihr ein so großes Herz."

Michail Kasyanow, Oppositionspolitiker

"Sie war ein Symbol für den Kampf gegen die Willkür. Der Schutz der Menschenrechte ist ein Kampf gegen die Willkür der Behörden, und Ludmilla Aleksewa widmete dem ihr Leben. Für uns ist sie ein Symbol des Kampfes, unsere russische Mutter Teresa."

Alexejeva war die wichtigste und vielleicht einzige Menschenrechtlerin, die von den russischen Behörden ernst genommen wurde. Zwar wurde sie nicht oft erhört, aber zumindest wurde ihr zugehört.

Galina Polonskaya, euronews Moskaukorrespondentin kommentiert:

"Sie sagte, ihr Leben lang hätte sie versucht, mit einem Löffel das Meer zu leeren - und hat einen Menschen nach dem anderen gerettet. Ludmilla Alexejewa glaubte, dass es zwei Generationen brauche, bis Russland wirklich frei würde. Und sie glaubte, dass die Entwicklung der Zivilgesellschaft von den Menschen selbst abhänge. Ihr ganzes langes Leben ist Beispiel: man kann viel ändern, selbst mit einem Löffel in Anbetracht des Meeres"