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2. Berufungsverfahren gescheitert: YouTuber und Asylant droht Auslieferung

2. Berufungsverfahren gescheitert: YouTuber und Asylant droht Auslieferung
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Erfolgreicher Betreiber eines YouTube-Kanals und gleichzeitig Asylsuchender. Vor rund drei Jahren ist Tumso Abdurakhmanov aus Tschetschenien nach Polen geflohen, von wo aus er seinen regierungskritischen YouTube-Kanal nun betreibt.

Mehrere Asylanträge des Tschetschenen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Tumso Abdurakhmanov lebt schon seit geraumer Zeit mit der Angst vor Abschiebung. Tschetschenische Behörden leiteten Fahndungs- und Haftbefehle sogar an Interpol weiter.

Tumso Abdurakhmanov: "Jeder weiß, dass die Republik Tschetschenien in Korruption versinkt und jedes vorstellbare Recht verletzt wird. Menschen werden gefoltert und getötet. Das weiß jeder, aber keiner spricht es aus. Jetzt habe ich die Möglichkeit und nutze sie."

Widersprüche im Jahr 2015

Abdurakhmanov hält die Vorwürfe gegen ihn schriftlich in Händen. Ein russisches Gericht beschuldigt ihn, im November 2015 nach Syrien gereist zu sein, um dort die Miliz Islamischer Staat zu unterstützen. Einträge in seinem Reisepass scheinen aber zu belegen, dass sich Abdurakhmanov zu der Zeit in Kasachstan und Georgien aufgehalten hat.

Svetlana Gannushkina ist Gründerin des russischen Vereins "Kommitee für Bürgerhilfe":

"Tschetschenien ist ein Hort der Angst, die dort regiert. Die Menschen fürchten die Behörden und misstrauen sich gegenseitig.Sie haben Angst vor Allem. Der Stand der Dinge in Tschetschenien entspricht der Zeit in Nazi-Deutschland unter Hitler, oder Russland zu Stalins Zeiten."

Abdurakhmanov hat in Polen inzwischen auch sein zweites Berufungsverfahren gegen die Zurückweisung seines Asylantrags verloren. Zumindest seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern bleibt die befürchtete Rückkehr in die Heimat vorerst erspart. Sie wurden als subsidiär schutzberechtigt eingestuft.

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