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Schleppender Wiederaufbau nach den Waldbränden in Griechenland

Schleppender Wiederaufbau nach den Waldbränden in Griechenland
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Griechenland hat im Sommer die verheerendsten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren erlebt. Dutzende Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Die Feuer, die am 23. Juli ausbrachen, brachten die Einsatzkräfte an ihre Grenzen. Besonders schlimm traf es Mati, ein Viertel der Hafenstadt Rafina nahe Athen.

Kali Anagnostou und ihr Sohn leben in Dubai. Sie verbrachten ihren Urlaub in Mati. Beide entkamen den Flammen in letzter Minute:

"Ich sah vom Fenster aus, dass das Feuer immer näher kam. Wir flüchteten in Panik aus dem Haus und rannten durch starken Rauch. Ich konnte nichts sehen. An was ich mich als Nächstes erinnere, ist, dass wir alle bei den Felsen waren und schrien und weinten. Es gab Menschen, die ins Meer sprangen trotz der großen Felsbrocken, die den Weg versperrten. Einige zeigten uns den Weg, wie sie es geschafft hatten. Es gab Kinder, wir waren alle in einem fürchterlichen Zustand und wussten nicht, wie es weitergeht", erzählt Kali Anagnostou. "Es ärgert mich, dass ich für meine Rehabilitation mindestens ein paar Jahre hier bleiben muss. Dieses Land hat mir sehr weh getan. Und wenn die Menschen hier so weiterleben, ohne ihre Mentalität zu ändern, will ich von Griechenland nichts mehr wissen. Es ist so viel Zeit vergangen und bisher hat sich niemand entschuldigt."

Der Wiederaufbau beginnt nur zögerlich

Monate nach der Tragödie findet man in Mati immer noch die Überreste verbrannter Häuser. Bisher hat die Regierung nicht geklärt, unter welchen Bedingungen die Menschen in den Brandgebieten mit dem Wiederaufbau beginnen können. Nach langer Wartezeit begann in den vergangenen Wochen der Abriss der nicht mehr bewohnbaren Häuser.

Vasilis Kanellopoulos schaut mit seiner Familie zu, wie das Haus seiner Familie abgerissen wird. Es war das Heim seiner Eltern in den vergangenen 15 Jahren:

"Die Bewohner wollen wissen, wann sie die Genehmigung bekommen, mit der Reparatur der noch bewohnbaren Häuser beginnen zu können, oder wann sie die zerstörten Häuser wieder aufbauen können. Bis jetzt gibt es keine Hilfe vom Staat. Die Leute warten und versuchen, den Alltag zu meistern. Einige leben in Lagern, andere wurden von jemanden aufgenommen. Viele leben unter katastrophalen Bedingungen. Der Staat kümmert sich nicht um uns. Es war eine Naturkatastrophe, und die Behörden werden nicht aktiv", sagt Vasilis Kanellopoulos.

Euronews-Reporterin Fay Doulgkeri aus Mati: "Für die Überlebenden von Mati steht die Zeit seit dem 23. Juli still. An diesem Tag hat hier jeder einen Angehörigen oder sein Hab und Gut verloren. Vier Monate später ist der Ärger immer noch groß, weil die Menschen zwar viele Versprechungen, aber wenig Taten gesehen haben. Lange wollen sie diese Situation nicht mehr hinnehmen."