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100 Jahre Spanische Grippe

100 Jahre Spanische Grippe
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"Blitzkatarrh", "Flandern-Fieber" und "pearple death", so wurde die tödliche Krankheit genannt, an der vor 100 Jahren bis zu 50 Millionen Menschen starben - mehr als im Ersten Weltkrieg.

Besser bekannt ist die Pandemie als "Spanische Grippe", ein Name, der irreführend ist.

Der Historiker John Maxwell Hamilton, der an der Louisiana State University lehrt, erklärt, "acht Millionen Spanier kamen zwar ums Leben, aber es war keine spanische Grippe. Sie wurde Spanische Grippe genannt, weil Spanien neutral war und keine Zensur hatte. Die hatten allerdings die kriegsführenden Länder wie die USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Sie wollten damit verhindern, dass die Nachrichten über die Grippe die Moral beeinträchtigten."

Hohe Ansteckungsgefahr

Eine Pandemie, an der sich in den letzten Kriegsmonaten zahlreiche Soldaten auf Schiffen sowie in den Schützengräben an der Westfront in Frankreich und Belgien ansteckten. Zeitgleich traten Fälle in anderen Teilen der Welt auf. Die Krankheit breitete sich aus wie ein Lauffeuer.

Weltweite Ausbreitung

Chris Chiu vom Imperial College in London sagt, "es war das Ende des Ersten Weltkriegs. Die Menschen hatten viel durchgemacht und waren unterernährt. Wenn sie zuvor einer ähnlichen Grippeerkrankung ausgesetzt gewesen wären, wären sie wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad immun gewesen. Aber 1918 waren die Menschen der Grippe schutzlos ausgeliefert. Deshalb waren die Auswirkungen schlimmer."

Die verheerende Spanische Grippe ist den Menschen auch 100 Jahre später ein Begriff. Entwarnung gibt es nicht. Trotz modernster Medizin könnte sich die Tragödie wiederholen, befürchtet Chiu:

"Wenn eine neue Grippegattung von Vögeln oder Schweinen übertragen würde, kann es zu einer neuen Pandemie kommen, der die Mehrheit der Weltbevölkerung zum Opfer fällt. Der Typ wird sich derart verändert haben, dass ihn niemand erkennt."