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Waris Diries Kampf gegen Genitalverstümmelung: "Mache bessere Arbeit als die Scheiß UN"

Waris Diries Kampf gegen Genitalverstümmelung: "Mache bessere Arbeit als die Scheiß UN"
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200 Millionen Betroffene: So viele Frauen leben laut Schätzungen der Weltgesundheitsbehörde weltweit mit den Folgen von Genitalverstümmelung. Waris Dirie kämpft seit Jahrzehnten dagegen, dass Mädchen die Klitoris herausgeschnitten oder die Vaginalöffnung zugenäht wird. Sie gründete dafür die Desert Flower Foundation, die um den heutigen Weltfrauentag herum eine neue Kampagne startete.

Denn die Zahl der Betroffenen ist zwar zurückgegangen - in Ostafrika gab es laut einer kürzlich veröffentlichten Studie 2016 knapp 70 Prozent weniger Fälle als noch vor 20 Jahren. Im Nahen Osten gibt es jedoch mehr Beschneidungen als zuvor und auch in Deutschland ist die Zahl der Fälle angestiegen.

"Das Problem ist nicht nur Afrika, sondern auch Asien", so Dirie. "Es ist überall auf der Welt, Einwandererinnen sind überall und es ist wirklich traurig und tragisch, dass der Welt das egal ist. Es schmerzt, dass niemand sich drum kümmert, nur weil es erstens ein Frauenproblem ist und zweitens irgendwo anders auf der Welt stattfindet. Aber das stimmt nicht."

Die gebürtige Somalierin Dirie wurde selbst beschnitten. Sie floh vor einer arrangierten Ehe nach London, wurde Model, Schauspielerin und schrieb ihre Geschichte im Bestseller "Wüstenblume" auf, der im kommenden Jahr in der Schweiz als Musical auf die Bühne kommt. Jahrelang war sie auch UN-Sonderbotschafterin gegen Genitalverstümmelung. Vom institutionellen Kampf gegen die Praxis ist sie jedoch enttäuscht. "Die UN tun nicht, was sie tun sollten", sagt sie. "Das ist die Wahrheit. Ich mache bessere Arbeit als die Scheiß UN. Ich hab mit der UN nichts zu tun. Ich bin meine eigene UN."

Diries Stiftung will bis Ende des Jahres zehn Millionen Unterschriften sammeln, um Druck auf die Vereinten Nationen auszuüben.