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Europa als Königin: Älteste Karte des Kontinents gefunden

Europa als Königin: Älteste Karte des Kontinents gefunden
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Im österreichischen Retz ist laut Angaben des Stadtmuseums die älteste Karte des Kontinents gefunden worden. Angefertigt wurde die "Königin Europa" demnach 1534 von dem Tiroler Humanisten Johannes Putsch. Spanien stelle den Kopf dar, Sizilien den Reichsapfel, Österreich und Böhmen den Rumpf.

Solche Allegorien von Kontinenten waren laut Museum in der frühen Neuzeit sehr beliebt. Im Mittelalter sei Europa noch männlich interpretiert worden. Putsch war demnach der erste, der den Kontinent selbstständig als Königin dargestellt habe.

Die Archäologin und Kulturwissenschaftlerin Celine Wawruschka ist bei Sichtungsarbeiten im Depot des Museums auf die Karte aufmerksam geworden: "Das Besondere ist zum einen der unglaublich gute Erhaltungszustand dieser Karte. Das Zweite ist das Alter dieser Karte. Es gibt bisher nur ein bekanntes Exemplar dieser Karte im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Das ist allerdings ein paar Jahre jünger datiert, 1537. Während die Retzer Karte schon, wie groß draufsteht, 1534 angefertigt wurde."

Es gibt noch eine weitere Besonderheit: In einem Gedicht auf der Darstellung beklagt sich die "Königin Europa" laut Museum über die kriegerischen Zustände auf dem Kontinent. Nicht nur für Waruschka auch ein historisches Vorbild für die Vorstellung vom geeinten Europa. So sagte der Schriftsteller Robert Menasse bei der Vorstellung der Karte in Retz: "Das ist eigentlich eine Allegorie für die europäische Idee, die seit 60,65 Jahren europaweit politisch verwirklicht wird. Ich finde das als europäisches Gedächtnis sehr bedeutsam."