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Kathedrale von Notre-Dame - ihre historische Bedeutung

Archivbild der Kathedrale von Notre-Dame in Paris bei Nacht
Archivbild der Kathedrale von Notre-Dame in Paris bei Nacht -
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REUTERS/Charles Platiau/Archivbild
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Die Kathedrale von Notre-Dame in Paris besuchen jedes Jahr über 14 Millionen Menschen. Ob aus religiösen Gründen oder einfach Neugier: In diesem besonderen Bauwerk, einem der größten Monumente des Christentums weltweit, finden sie einen Ort des Friedens - und das seit Jahrhunderten.

Mit dem Bau des Gebäudes wurde im 12. Jahrhundert begonnen.

Notre-Dame war Modell für viele

"Zur Zeit ihrer Entstehung war sie eine der größten Kathedralen, und eine der am feinsten gearbeiteten, mit sehr schmalen Strukturen, den Wänden, einem riesigen Fenster, sowie den großen Rosen am Transept. Sie war also ein Modell für viele, viele Gebäude in Europa im Mittelalter und in der Neuzeit sogar über Europa hinaus", erklärt Dany Sandron, Professor an der Sorbonne in Paris. "Sie gehört zur zweiten Generation gotischer Kathedralen, nach Saint Denis oder Saint Germain des Près in Paris. Aber das Gewölbe von Notre-Dame ist viel höher."

REUTERS/Charles Platiau/Archivbild
Ansicht des nördlichen Rosenfensters von Notre-DameREUTERS/Charles Platiau/Archivbild

210.000 Quadratmeter Eichenholz

Die Schatzkammer ist renommiert für ihre Reliquien und anderen heiligen Objekte. Eines der berühmtesten Besitztümer ist die Dornenkrone Christi, welche jeden ersten Freitag im Monat zur Verehrung für die Öffentlichkeit ausgestellt wurde.

Die Konstruktion selbst ist einzigartig: "Eins der Dinge, bei denen wir fast sicher sind, dass es verloren ist, ist das hölzerne Fachwerk im Inneren, das zu einem Großteil aus originalem Holz aus dem 13. Jahrhundert besteht. Man nannte es den Wald; das waren 210.000 Quadratmeter Eichenholz", so Andrew Smith, Historiker an der University of Chichester. "Darum wurden im 12. Jahrhundert Kriege geführt, um die Größe dieser Bäume. Heutzutage gibt es auf der Welt nicht mehr viele Bäume dieser Größe."

Ein Stück Frankreich

Notre-Dame war nicht einfach ein Steingebäude - über acht Jahrhunderte lang wurde die Kathedrale ein wesentlicher und lebendiger Teil einer aufstrebenden und wachsenden Metropole - und hat sich mit ihr verändert.

"Dieses Gotteshaus im Herzen Frankreichs ist etwas Besonderes - vor allem in diesem quasi unberührten Zustand. Es ist Teil des Alltags und so wurde es sein Leben lang ergänzt, restauriert, verändert, es wurde an ihm gearbeitet und so weiter", berichtet Smith.

Das Bauwerk überlebte den Aufstand der Pariser Kommune 1871, ebenso wie zwei Weltkriege, weitgehend unversehrt. Nun hofft man, dass Notre-Dame wie der Phönix aus der Asche auferstehen wird.