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Deutsche Hochstaplerin in New York muss ins Gefängnis

Deutsche Hochstaplerin in New York muss ins Gefängnis
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Steven Hirsch/Pool via REUTERS
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Eine deutsche Hochstaplerin wurde in New York zu einer Haftstrafe von vier bis zwölf Jahren verurteilt. Das bedeutet, dass sie frühestens nach vier Jahren auf Bewährung frei kommen kann.

Anna Sorokin hatte sich unter dem Pseudonym Anna Delvey in der High Society von Manhattan als reiche Millionenerbin ausgegeben. Durch ihr selbstsicheres Auftreten sowie mit Lügen und gefälschten Dokumenten erschlich sich Sorokin Leistungen im Wert von mehr als 200.000 US-Dollar.

Betrügerin führt Opfer mit Selbstsicherheit hinters Licht

Sie führte nicht nur neue Bekannte, sondern auch Hotels, Restaurants und Banken reihenweise hinters Licht. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "kalkulierten System, um ihren Opfern ein Gefühl von Sicherheit zu geben".

Mal habe Sorokin Freunden gesagt, ihre Kreditkarte vergessen zu haben, mal habe sie deutsche Feiertage oder die Zeitverschiebung als Erklärung für eine ausbleibende Überweisung vorgeschoben. Sogar ein Flug mit einem Privatjet und einen Luxusurlaub nach Marokko im Wert von 62.000 US-Dollar hatte sie sich erschlichen. Zudem warf die Anklage der Frau vor, sie habe mit weiteren Betrügereien sogar Beträge in Millionenhöhe ergaunern wollen.

Klamotten der Angeklagten sorgen für Aufsehen

Zusätzlich zur Freiheitsstrafe muss die 28-jährige das Geld fast komplett an die Geschädigten zurückzahlen muss. Dazu kommt eine Geldstrafe von 24.000 US-Dollar.

"Wir haben uns auf das Schlimmste vorbereitet. Natürlich haben wir auf das Beste gehofft, aber vier bis 12 Jahre ist ein gerechtes Urteil", sagte Todd Spodek, der Anwalt der Verurteilten. Spodek kündigte zudem an, in Berufung gehen zu wollen.

Sorokins Anwälte, die keine Standard-Gefängnisanzüge mögen, beschäftigten einen Stylisten, der Sorokin für ihre Auftritte vor dem Strafgericht von Manhattan kleidete. Ihr tägliches Aussehen wurde sogar zum Thema eines speziell dafür eingerichteten Instagram-Kontos. Vanessa Friedman, Modekritikerin bei der New York Times, beschrieb die Outfits als "sorgfältig ausgewählt".

Sorokin war ohne Visa in den USA

Richterin Diane Kiesel zeichnete bei der Sitzung das Bild einer jungen Möchtegern-Prominenten, die so eitel wie ruchlos ihr Ziel verfolgt habe: "Ich bin verblüfft von der Tiefe der Täuschung durch die Angeklagte", sagte sie. Selbst als ihr Betrug "wie ein Kartenhaus" zusammenstürzte, sei sie noch immer von Luxushotel zu Luxushotel gelaufen. Sorokin selbst sagte, ihre Fehler täten ihr leid.

Die US-amerikanische Immigrationsbehörde erklärte, dass Sorokin illegal im Land geblieben sei. Nach Beendigung des Strafverfahrens wolle die Behörde sie nach Deutschland ausweisen. Ursprünglich kommt die Frau aus Russland, im Alter von 16 Jahren war sie nach Deutschland gezogen, wo sie in Eschweiler bei Aachen zur Schule ging.

Die beiden Produzentinnen Shonda Rhimas und Lena Dunham arbeiten laut Medienberichten getrennt an Drehbüchern für die Geschichte.