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Mehr EU-Skeptiker im neuen Parlament? Das europäische Paradox

Mehr EU-Skeptiker im neuen Parlament? Das europäische Paradox
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REUTERS/Hannah McKay
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Rund 550 Parteien konkurrieren um die 751 Sitze im EU-Parlament. Susi Dennison, Expertin für europäische Außenpolitik bei der Denkfabrik "European Council on Foreign Relations (ECFR)" geht davon aus, dass etwa ein Drittel der Abgeordneten des neuen EU-Parlaments aus EU-skeptischen Parteien kommen wird - und das, obwohl die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer findet, dass die Union gut für ihr Land ist, wie Umfragen zeigen: 68 Prozent der Befragten in den 27 EU-Ländern außer Großbritannien gehen laut dem aktuellsten Eurobarometer - der regelmäßigen Meinungsumfrage des EU-Parlaments - davon aus, dass die Mitgliedschaft für ihr Land Vorteile bedeutet. Eine andere Umfrage zeigt, dass 62 Prozent der Befragten in zehn EU-Staaten der Union gegenüber positiv eingestellt sind.

Dem ECFR zufolge schauen die Europäerinnen und Europäer trotzdem wenig hoffungsvoll in die Zukunft: Die Befragten in 13 Mitgliedsländern gehen demnach davon aus, dass die EU in den kommenden zwei Jahrzehnten zerbrechen wird. Nur in Spanien waren die Befragten anderer Meinung. Die Gefühle, die am häufigsten in Verbindung mit Zukunft genannt wurden, waren Angst, Stress und Optimismus.

Ein Ausdruck für den Pessimismus ist laut Dennison auch, dass die Wahlzettel in einigen Ländern sehr lang sind - mit vielen Kleinparteien: "Die politische Stimmung in Europa ist von dem Eindruck geprägt, dass das politische System kaputt ist", so die Politikexpertin. "Die Menschen sind nicht mehr so loyal gegenüber einer Partei." Viele seien enttäuscht vom politischen System und deswegen bereit, etwas Neues auszuprobieren.

Das Land mit den meisten Parteien ist Deutschland. Hier haben die Wählerinnen und die Wähler 41 Möglichkeiten, ihr Kreuz zu machen. 96 Abgeordnete werden aus dem größten EU-Mitgliedsland nach Brüssel und Straßburg entsandt. In Tschechien konkurrieren 39 Parteien - dabei hat das Land nur 21 Plätze im EU-Parlament. Nach Deutschland können Frankreich, Italien und Großbritannien am meisten Parlamentarier entsenden. Die wenigsten Parteien treten in Österreich und Malta an.