Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Moskau: Über 1.300 Festnahmen - Amnesty kritisiert Polizeigewalt

Moskau: Über 1.300 Festnahmen - Amnesty kritisiert Polizeigewalt
Copyright
REUTERS/Tatyana Makeyeva
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

"Hier herrschen wir", rufen die Demonstranten auf dem Trubnaya-Platz im Zentrum von Moskau. Sie wollen über den niedergeschlagenen Protest in der Nähe des Moskauer Rathauses diskutieren, sich über die Festnahmen austauschen und darüber, wer wieder freigelassen wurde. Aber lange hat auch diese Versammlung nicht Bestand, auch hier greifen die Sicherheitsbehörden ein.

Alle, die sich hier auf dem Platz versammelt haben, seien in eine Falle getappt, berichtet euronews-Reporterin Galina Polonskaya vom Ort des Geschehens. "Die Sicherheitskräfte haben den Platz umstellt und lassen die eingekesselten Menschen nicht heraus."

1.370 Festnahmen laut Bürgerrechtlern

Ein Teilnehmer nach dem anderen wird abgeführt. Insgesamt gab es an diesem Samstag in Moskau mehr als Tausend Festnahmen. Das Bürgerrechtsportal OWD-Info sprach in der Nacht zum Sonntag von mehr als 1.370 Fällen. Reporter berichteten auch von verletzten Demonstranten. Die nicht genehmigten Proteste richteten sich gegen den Ausschluss wichtiger Oppositionskandidatinnen und -kandidaten von der Regionalwahl in sechs Wochen.

Eine von ihnen ist Yulia Galyamina. Auch sie wurde bei einer Demo festgenommen und später wieder freigelassen. Nun droht ihr ein juristisches Verfahren. "Hässliches geschieht von Seiten der Strafverfolgungsbehörden. Sie halten die Menschen davon ab, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln. Sie missbrauchen unser verfassungsmäßiges Recht", so Galyamina. "Deshalb kann die Moskauer Regionalwahl, wenn sie denn so stattfindet, als unrechtmäßig angesehen werden. Wir können Neuwahlen fordern."

"Wir driften in einen Polizeistaat ab"

Nach offiziellen Angaben widersetzten sich rund 3.500 Menschen dem Demonstrationsverbot der Behörden. Wo sie sich auch versammelten, die Polizei versuchte sie zu vertreiben, nahm immer weitere Demonstranten fest. Eine Aktivistin sagt: "Diese ganzen Polizisten schützen die Interessen von Dieben und korrupten Beamten. Alles richtet sich gegen die Menschen." Und ein anderer Demonstrant klagt: "Wir driften in einen Polizeistaat ab. Wir befürchten eine totalitäre Zukunft. Sie scheint bereits jetzt zu beginnen."

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte den "Einsatz exzessiver Gewalt" seitens der Polizei. Sie forderte die "unverzügliche Freilassung friedlicher Demonstranten".