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Eilmeldung

Seit Juni drei Babys mit fehlgebildeten Händen in einer Klinik geboren

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Die Ärzte des Sankt Marien Hospitals Buer in Gelsenkirchen haben sich an die Öffentlichkeit gewandt. Zwischen Juni und September 2019 sind dort drei Kinder mit fehlgebildeten Händen geboren worden. Die Mediziner schreiben in der Pressemitteilung: "Fehlbildungen dieser Art haben wir seit Jahren nicht gesehen. Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig."

Bei zwei Kindern war die linke Hand nicht richtig ausgebildet, bei dem dritten Kind die rechte Hand.

Alle drei Familien leben im Ruhrgebiet

Die Mütter waren vor der Geburt ihrer Babys nicht im Sankt Marien Hospital Buer untersucht worden. Die Ärzte haben versucht, die Gründe für die Fehlbildungen herauszufinden. Die Familien der Säuglinge weisen laut der Klinik keine ethnischen, kulturellen oder sozialen Gemeinsamkeiten auf. Sie leben alle im Ruhrgebiet.

In Deutschland gibt es keine Statistiken zu Fehlbildungen bei Neugeborenen. Laut Mitteilung der Klinik haben etwa 1-2 Prozent aller Babys bei der Geburt eine Fehlbildung. Als mögliche Ursachen gelten Infektionen, Gifte oder andere schädliche Einflüsse während des Beginns der Schwangerschaft oder Abschnürungen im Mutterleib.

"Kinder ohne Arme" in Frankreich

Die drei Fälle der Babys mit Fehlbildungen im Ruhrgebiet erinnern an die sogenannten "Kinder ohne Arme" in Frankreich. Eine Familie aus der Gegend um Lyon hat gerade Klage gegen unbekannt eingereicht: ihr Sohn, der 2012 geborene Louis, hat an der rechten Hand keine Finger. Zwischen 2009 und 2014 gab es in der Region sieben Fälle von Kindern mit Fehlbildungen der Hände und Arme.

Auch in der Bretagne sind Kinder mit fehlgebildeten Händen geboren worden. Viele Eltern forderten mehr Aufklärung. Vermutet wurden Pestizide als Ursache für die Fehlbildungen.

Die Ärzte aus Gelsenkirchen haben Kontakt zur Embryotoxikologie der Charité in Berlin aufgenommen.