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Unruhen im Irak: Zahl der Toten steigt auf 46

Unruhen im Irak: Zahl der Toten steigt auf 46
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Bagdad befindet sich im Ausnahmezustand. Den vierten Tag in Folge liefern sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Sie protestieren gegen die schlechten Lebensbedingungen und die korrupte Führung des Irak. Diese verhängte eine Ausgangssperre, versprach nun aber ein Gesetz, das armen Familien ein Grundeinkommen sichern soll.

"Was Regierungschef Adel Abdul Mahdi sagt, sind nur leere Worte", sagt in Demonstrant in Bagdad. "Er versucht uns reinzulegen. Auch heute lässt er wieder auf uns schießen und dabei haben wir zuerst ganz friedlich demonstriert. Sie haben dort hinten Barrikaden aufgebaut, dort lauert auch ein Scharfschütze."

UNO und höchster Geistlicher schalten sich ein

46 Menschen kamen seit Beginn der jüngsten Proteste am Dienstag bereits ums Leben. Mehr als 1600 Iraker wurden verletzt. Die Vereinten Nationen verurteilten die Polizeigewalt. Die Forderungen der Demonstranten seien "legitim" und müssten ernstgenommen werden. Gleichzeitig lobten die UN die angekündigten Reformversprechen.

Auch Iraks höchster schiitischer Geistlicher rief die Politik zu "ernsthaften Reformen" auf, bevor es zu spät sei. Großajatollah Ali al-Sistani kritisierte die Gewalt auf beiden Seiten, Der Geistliche gilt als Iraks wichtigste moralische Stimme, mit großem Einfluss auf die Politik.

Ölmilliarden versickern im Korruptionssumpf

Der Irak hat große Ölvorkommen, doch von dem Reichtum kommt bei den meisten Menschen nichts an. Schuld sind Vetternwirtschaft und Korruption. Die Infrastruktur ist marode, das Wasser verseucht, Stromausfälle gehören zum Alltag. Der Frust sitzt tief und entlädt sich nun auf den Straßen.

Die Wut der Demonstranten ist auch deshalb so groß, weil die Regierung seit Jahren Reformen und einen verstärkten Kampf gegen die Korruption verspricht, ohne dass sich die Lage bessert. Die großen politischen Blöcke im Parlament blockieren sich gegenseitig. Der Regierungschef verfügt über keine eigene Hausmacht.