Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Athen: Nichtraucher kämpfen gegen das Wegschauen der Behörden

Athen: Nichtraucher kämpfen gegen das Wegschauen der Behörden
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Griechenland kämpft noch immer mit der Umsetzung seines Rauchverbots in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind. Obwohl ein diesbezügliches Gesetz bereits seit 2009 existiert.

Ein großer Teil der griechischen Gesellschaft widersetzt sich seit Jahren gegen das Verbot. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist es um den Nichtraucherschutz in Griechenland schlecht bestellt.

Kellnerin Marcy Loulo ist derselben Meinung: ''Leider habe ich Leute gesehen, die neben schwangeren Frauen rauchen, es ist denen egal. Und es gibt auch welche, die mit ihren Kindern rauchen. Es ist schrecklich."

"Toleranz der Behörden ausgenutzt"

Einige Bar- und Restaurantbesitzer sagen, es gäbe ein Problem des unfairen Wettbewerbs. Sogar Gastronomen, die selbst Nichtraucher sind, fanden es in den vergangenen Jahren schwierig, das Gesetz einzuhalten.

Wie etwa Giorgos Sousounis, der ein Lokal im Zentrum von Athen besitzt: ''Zuvor hatten wir die Toleranz der Behörden genutzt. Denn die Kunden ließen uns eigentlich keine Wahl, entweder sie dürfen sich hinsetzen und rauchen, oder sie gehen."

Handy-App erfasst Nichtraucher-Einrichtungen

Schließlich hat der Unternehmer das Rauchen in seinem Lokal verboten. Doch die Stimmen der Nichtraucher wurden in den letzten Jahrzehnten meistens ignoriert.

Eine Gruppe von Freiwilligen versucht nun, Nichtraucher zu ermutigen, sich zu äußern. Sie haben eine digitale Plattform namens Akapnos.gr für PCs und Smartphones geschaffen, die öffentliche Nichtraucher-Einrichtungen erfasst und überprüft.

Vor drei Jahren war George Balafoutis auf diese Idee gekommen. Damals war er aus den Vereinigten Staaten nach Athen gezogen:

''Wir müssen handeln, rein aus Respekt vor der Person, die neben uns sitzt und natürlich aus Respekt vor dem Gesetz. Wir sind sehr optimistisch. Wir sehen, dass unsere Bemühungen von den Menschen begrüßt werden, sie haben unsere Botschaft verstanden, den Schutz von Nichtrauchern."

"Wir wollen keine Passivraucher sein"

Die Mitglieder des Teams bevorzugen den Begriff Nichtraucher anstatt Anti-Raucher, da sie der Meinung sind, dass die Gesellschaft nicht in verschiedene Lager aufgeteilt werden sollte, sagt die freiwillige Mitarbeiterin Francis Moschou:

''Wir sind keine Anti-Raucher und wir wollen niemanden zwingen, mit dem Rauchen aufzuhören. Wir verlangen lediglich, dass das Rauchverbot in geschlossenen Räumen umgesetzt wird, wir wollen keine Passivraucher sein."

"Griechisches Volk nun für Rauchverbot bereit"

Euronews-Korrespondentin Fay Doulgkeri fasst die Situation in Griechenland zusammen: "Das griechische Volk scheint nun bereit zu sein, ein Rauchverbot zu akzeptieren. Außerdem sind sich die meisten Menschen sicher, dass das Gesetz diesmal auch durchgesetzt wird, zumal Verstöße mit sehr hohen Geldstrafen geahndet werden."