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Streik, Verluste, Übernahme: Alitalia in Turbulenzen

Streik, Verluste, Übernahme: Alitalia in Turbulenzen
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Mit einem Streik haben Piloten und Kabinenpersonal der italienischen Fluggesellschaft Alitalia gegen die unsichere Zukunft des angeschlagenen Unternehmens protestiert. Rund 200 Flüge wurden gestrichen, so Alitalia – 70% der Kunden sollten reisen können. Zu dem Ausstand hatten mehrere Gewerkschaften aufgerufen. Alitalia soll kommende Woche an neue Eigentümer übergehen.

Nun sollen die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS), der Infrastrukturkonzern Atlantia, die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines und das italienische Finanzministerium Gesellschafter der neuen Alitalia werden.

Die Rettung von Alitalia durch die Gruppe scheint jedoch kompliziert zu werden. Zuletzt hatte Atlantia Zweifel aufkommen lassen, dass die Einigung wirklich zustande kommt. Unklar ist auch noch, wie viele der derzeit rund 12.400 Arbeitsplätze abgebaut werden. In Medien ist von 2.000 bis über 2.500 die Rede.

Die Frist für ein Angebot, gesetzt vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, endet am 15. Oktober.

Sollte der Versuch von Ferrovie dello Stato scheitern, könnte nur eine erneute Zufuhr öffentlicher Gelder den Zusammenbruch abwenden. Die Liquidität könnte im Dezember aufgebraucht sein, die Rede ist von einem weiteren Darlehen über 200 Millionen Euro. Bisher hat der Staat nach Schätzungen von Mediobanca 8,7 Milliarden Euro ausgegeben, um die ehemalige nationale Airline am Leben zu erhalten. Das Unternehmen verliert pro Tag eine halbe Million Euro.

Die Airline war im Mai 2017 insolvent geworden und wird seither von staatlichen Konkursverwaltern beaufsichtigt.

Nach Medienberichten („Ansa“) hat die Lufthansa per Brief an Ferrovie dello Stato angeboten, an Stelle von Delta in die neue Alitalia einzutreten.

PLEITEWELLE

36 Fluggesellschaften haben in den letzten 2 Jahren pleite gemacht. Die slowenische Adria Airways hat am 2. Oktober ihren Betrieb eingestellt. Die im Jahr 2016 vom Staat an den deutschen 4K Invest verkaufte Fluggesellschaft hatte schon lange finanzielle Probleme.

Kurz zuvor hatte die französische Fluggesellschaft Aigle Azur den Betrieb eingestellt, mehr als 13.000 Passagiere strandeten und tausende Tickets waren auf einen Schlag wertlos.

Und XL Airways stellte den Ticketverkauf ein, nachdem ein französisches Gericht die Liquidierung für rechtskräftig erklärt hatte.

Branchenbeobachter erwarten, dass die Konsolidierung in Europa in den kommenden Jahren weitergeht, höchstwahrscheinlich auch mit weiteren Pleiten.

su mit dpa, ANSA