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Krank durch E-Zigarette: Sorge in den USA wächst

Krank durch E-Zigarette: Sorge in den USA wächst
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In den USA schlagen Experten und Gesundheitsbehörden Alarm. Mehr als 500 Lungenschädigungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten sind bereits erfasst. In Europa sind dagegen keine Auffälligkeiten bekannt.

Britische und französische Experten halten die E-Zigarette für die gesündere Alternative zur klassischen Kippe. Roger Genet, Leiter der französischen Gesundheitsbehörde (ANSES): "Der Tabakkonsum tötet 74 Tausend Menschen pro Jahr. Die E-Zigarette ist eindeutig sicherer".

Fünf US-Bundesstaaten und Indien haben den Verkauf von E-Zigaretten eingeschränkt. Als Reaktion auf den sprunghaften Anstieg von Lungenerkrankungen und Todesfällen.

Britische Medien berichteten zwar über einen möglich Todesfall - im Jahr 2010. In Deutschland und auch europaweit ist bislang kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt.

Dafür wächst die Angst, dass die Panik nach Europa überschwappen könnte.

Martin Dockrell von der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England: "Je mehr wir den Menschen sagen, dass E-Zigaretten gefährlich sind, desto mehr untergraben wir ihre Gesundheit. Denn wenn sie fälschlicherweise glauben, dass Dampfen genauso schädlich ist wie Tabak, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf E-Zigaretten umsteigen, viel geringer und und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sie ganz mit dem Rauchen aufhören."

Es gibt viele Erklärungen, warum die in den USA vermarktete E-Zigaretten so schädlich für die Benutzer sind, erklärt euronews-Journalist Ryan Thompson.

Zunächst einmal ist die chemische Zusammensetzung eine andere. Die in den USA angebotenen Kartuschen enthalten dreimal so viel Nikotin wie in Frankreich.

Hinzu kommt, dass es für diese Produkte in den USA keine einheitlichen Regelungen gibt. Manche werden verkauft, um Cannabis zu konsumieren, andere enthalten Aromastoffe, die nach Ansicht der Ärzte vom menschlichen Körper nur schwer oder gar nicht angebaut werden, wie Jonathan Winickoff vom Massachusetts General Hospital erklärt.

"Wir wissen, dass der Gebrauch der elektronischen Zigarette an sich die Lungen und das Immunsystem gefährdet. Wenn dann etwas hinzukommt - beispielsweise ein schlechtes Produkt - kann sich der Körper nicht verteidigen."

Bei Untersuchungen in den USA wurden Glykol, Schwermetalle und krebserregende Stoffe in den sogenannten Liquids nachgewiesen. Aber am problematischsten sind Öle, die bei Erwärmung in der Lunge hängen bleiben, insbesondere Vitamin-E-Azetat.

Über Zusatzstoffe und dne maximalen Nikotingehalt wacht in Europa die EU-Tabakrichtlinie.

Anca Păduraru, EU-Kommissionssprecherin für Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und Energie: "Unsere Politik zielt darauf ab, den Verbraucher so weit wie möglich zu schützen, und dass die Hersteller die Sicherheit der Inhaltsstoffe nachweisen müssen."

Derweil boomt die E-Zigarette - in den USA und Europa.

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