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Warum man Kindern etwas vorlesen sollte - WHO-Bericht

Vorlesen, Theater, Singen, Tanzen - eine einfache Art, das Wohlbefinden zu verbessern.
Vorlesen, Theater, Singen, Tanzen - eine einfache Art, das Wohlbefinden zu verbessern. -
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Kann man sich gesund tanzen? Die Antwort ist ja, wie eine neue Studie der WHO herausfand.

"Kunst ist sowohl für die psychische als auch für die körperliche Gesundheit gut", so die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die zu diesem Thema "die bisher umfassendste Überprüfung" durchführte.

Das Regionalbüro der WHO für Europa analysierte über 900 globale Veröffentlichungen und 3.000 Studien.

Laut Gesundheitsexperten hilft das Hören von Musik, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, wer ein Instrument spielt, verbessert sein Immunsystem und kann Stress besser bewältigen, während das Tanzen Vorteile für Körper und Geist bietet. Malerei oder Skulptur helfen, Depressionen zu bekämpfen.

"Die in diesem bahnbrechenden WHO-Bericht genannten Beispiele zeigen, wie die Kunst schlimme und komplexe Gesundheitsprobleme wie Diabetes, Adipositas und psychische Erkrankungen bewältigen kann", sagte Piroska Östlin, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

Der Bericht zeigt, wie die Kunst eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden von der Geburt bis zum Lebensende spielt.

Die positiven Auswirkungen des abendlichen Vorlesens

"Kleine Kinder, deren Eltern ihnen vor dem Schlafengehen vorlesen, haben einen längeren Nachtschlaf und eine bessere Konzentration in der Schule", so die WHO. Auch die Vorlesestudie 2019 belegt die postiven Effekte des Vorlesens - das sich übrigens, anders als viele denken, nicht auf gedruckte Bücher mit Text beschränkt. Auch Wimmel- oder Bilderbücher so wie das Vorlesen von Whatsapp-Nachrichten zählen nach Angaben der Stiftung Lesen dazu.

Die Forschung zeigt auch die Vorteile von Theater für Jugendliche oder Musik für ältere Menschen mit Demenz.

Kunst kann darüber hinaus eine wertvolle Ressource in Notsituationen sein. Hier führt der Bericht Therapien wie Clowns in Krankenhäusern als Beweis an.

Zudem kommt, dass die Kunsttherapie nicht nur gute Ergebnisse liefert, sondern auch kostengünstiger sein kann als herkömmliche biomedizinische Behandlungen.

Kunsttherapie kann zudem so zugeschnitten werden, dass sie für Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund relevant ist, stellt die WHO fest. Sie bietet damit "einen Weg, um Minderheiten oder schwer erreichbare Gruppen einzubeziehen".

Fallstudien in ganz Europa

Der Bericht präsentiert verschiedene Beispiele von Organisationen, die kunstbasierte Ansätze für die Gesundheit umsetzen.

Einer von ihnen ist Arts on Prescription in Großbritannien. Im Rahmen des Systems können Personen, die ihren Hausarzt mit nichtmedizinischen Problemen - wie z.B. sozialer Isolation - konsultieren, an einen Linkarbeiter verwiesen werden.

"Link-Mitarbeiter verbinden Patienten mit Gemeinschaftsaktivitäten, einschließlich partizipativer Kunstaktivitäten. Lokale Analysen in verschiedenen Regionen haben gezeigt, dass psychische Gesundheit, chronische Schmerzen, das Management komplexer und langfristiger Erkrankungen, soziale Unterstützung und Wohlbefinden von Nutzen sind", so der Bericht.

In Russland hat Dr. Clown in den letzten zehn Jahren daran gearbeitet, die Erfahrungen von Kindern in Waisenhäusern, Hospizen und Krankenhäusern zu verbessern.

Dance for PD ist ein Beispiel für ein europaweites Netzwerk, das Tanzkurse für Menschen mit Parkinson konzipiert, die sich auf ihre spezifischen Symptome wie Gleichgewicht, Kognition, motorische Fähigkeiten, psychische Gesundheit und körperliches Vertrauen konzentrieren.

Auswirkungen auf die Politik

Die WHO fordert Regierungen und Behörden auf, politische Maßnahmen umzusetzen, damit Kunst im Gesundheitswesen eine größere Rolle spielen kann.

  • Zu den wichtigsten politischen Empfehlungen gehören unter anderem:
  • Sicherstellung, dass die Gemeinschaften Zugang zu Programmen für Kunst und Gesundheit haben.
  • Integration der Künste in der Ausbildung für Gesundheitsberufe;
  • Einführung oder Stärkung von Überweisungsmechanismen von Angehörigen der Gesundheitsberufe für Kunstprogramme
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