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Frankreich: Empörung über Ehrenlegion für BlackRock-Chef

Frankreich: Empörung über Ehrenlegion für BlackRock-Chef
Copyright  AP Photo/Francois Mori
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Nicht nur die Kommunistische Partei Frankreichs auch Mitglieder von Emmanuel Macrons Regierungspartei sind empört darüber, dass der Chef der französischen Tochter der US-Fondsgesellschaft BlackRock, Jean-François Cirelli, mit der Ehrenlegion ausgezeichnet worden ist. Doch die Regierung verteidigt die Auszeichnung des Unternehmers und meint, man lasse sich nicht von rein antikapitalistischer Kritik beeindrucken. Cirelli - der aus Chambéry in den Alpen kommt - habe sich aus eigener Kraft nach oben gearbeitet.

Vor seiner Zeit als BlackRock-Manager war Jean-Francois Cirelli Manager bei den Energiekonzernen GDF-SUEZ und Engie. Der 61-Jährige war auch für den konservativen Premierminister Jean-Pierre Raffarin tätig.

Die Kritiker werden Cirelli und BlackRock auch vor, das Unternehmen habe Lobbyarbeit für die geplante Rentenreform geleistet, gegen die seit dem 5. Dezember 2019 gestreikt wird. Inzwischen ist es der längste Streik bei der Bahngesellschaft SNCF überhaupt. Emmanuel Macron hat in seiner Neujahrsansprache erklärt, er wolle seine Rentenreform auf jeden Fall umsetzen.

Der BlackRock-Frankreich-Chef hat inzwischen reagiert, er sagte gegenüber AFP, es tue ihm leid, dass er in einer "ungerechtfertigten Polemik" angegriffen werde.

Das 1988 in New York gegründete Unternehmen BlackRock ist der weltweit größte unabhängige Vermögensverwalter und steht als eine Art Sinnbild für die nicht öffentlich sichtbare Macht von Konzernen.

Die linke Satire-Zeitschrift CANARD ENCHAINE schreibt, Matignon - die französische Regierung - rolle den roten Teppich für den König der Wall Street aus.

Die PCF, die kommunistische Partei Frankreichs, fragt, ob die Plünderung der aktuellen Renten belohnt werde.

"Die Ehre, die schlecht ankommt", titelt LIBERATION.

Cirelli vertrete die "dunkle Seite der Rentenreform" meinen viele.

Ein Twitter-User verweist darauf, dass BlackRock auch Monsanto finanziert hat.

In Deutschland war viel von BlackRock die Rede gewesen, weil der CDU-Politiker Friedrich Merz für die deutsche Tochter des Vermögensverwalters gearbeitet hatte.