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Gas-Pipeline Eastmed: Streit im östlichen Mittelmeer

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Gas-Pipeline Eastmed: Streit im östlichen Mittelmeer
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Die drei Mittelmeerstaaten Zypern, Griechenland und Israel haben an diesem Donnerstag in Athen ein Abkommen für den Bau der Mittelmeer-Gas-Pipeline Eastmed unterzeichnet. An der feierlichen Zeremonie nahmen der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis, Israels Premier Benjamin Netanjahu und der zyprische Präsident Nikos Anastasiades teil.

Das von den USA und der EU unterstützte Projekt hat neben der wirtschaftlichen und energiepolitischen auch eine starke geopolitische Dimension im von Krisen geprägten östlichen Mittelmeerraum. Es sei, wie die Beteiligten immer wieder betonen, eine Allianz der "drei demokratischen Staaten am östlichen Mittelmeer".

2018 zeigte sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu optimistisch angesichts eines Projekts, das neue Möglichkeiten biete, Europa mit Energie zu versorgen. Es sei ein wichtiger Schritt für die europäische Sicherheit sowie die Wirtschaft und die regionale Zusammenarbeit.

Pipeline im Mittelmeer

Die 2.000 Kilometer lange Pipeline soll von 2025 an jährlich zwischen neun und zwölf Milliarden Kubikmeter Gas von Israel nach Zypern und von dort weiter nach Kreta liefern. Von dort führt die Pipeline weiter nach Italien und in andere südöstliche EU-Staaten. Die Kosten könnten sich auf mehr als sechs Milliarden Euro belaufen.

Bis zur Umsetzung des ehrgeizigen Projekts war es kein leichter Weg. Gegenwind kommt von der Türkei, die den Nordteil Zyperns kontrolliert.

Türkei gegen Eastmed

Gegen die Türkei wurden bereits EU-Sanktionen verhängt. Hintergrund ist die türkische Energiepolitik. Türkische Schiffe suchten in zyprischen Gewässern wiederholt nach Öl- und Gasvorräten.

Derzeit versucht der türkische Präsident mit Unterstützung von Libyen, seine Ansprüche auf ein gasreiches Gebiet im Mittelmeer auszuweiten. Das Eastmed-Projekt würde dieses Vorhaben gefährden.

Die Türkei werde Projekte dieser Art im östlichen Mittelmeer ohne ihre Beteiligung und Einwilligung nicht erlauben, heißt es immer wieder aus Ankara. Dessen ungeachtet nimmt das Eastmed-Vorhaben von Zypern, Griechenland und Israel weiter Formen an.