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Erdgas-Boom im Mittelmeer? 3 Staaten kooperieren

Erdgas-Boom im Mittelmeer? 3 Staaten kooperieren
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Die Entdeckung von reichen Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer hat das Interesse zahlreicher Energiekonzerne und Staaten geweckt.

US-Außenminister Mike Pompeo ist Gast auf einer Konferenz der Regierungschefs Griechenlands, Israels und Zyperns in Jerusalem, bei der der Bau der "EastMed-Pipeline" vorangebracht werden soll. Über die 2100 Kilometer lange Pipeline will Israel ab 2025 Erdgas über Griechenland bis nach Italien liefern.

Konstantinois Filis ist Forschungsleiter für internationale Beziehungen an der Panteion-Universität: "Im Moment diskutieren wir die israelischen Vorkommen. Vielleicht wird es in der Zukunft auch Erdgas aus Zypern geben. Ägypten, das derzeit die größten Vorkommen hat, ist raus."

Experten wie Filis sagen, dass Energie ein Werkzeug für Stabilität und Fortschritt sein kann, aber auch ein Bereich mit erbarmungslosem Wettbewerb: "Es gibt gemeinsame und unterschiedliche Interessen zwischen den beteiligten Staaten, zwischen Unternehmen und allen, die an der Region interessiert sind, wie Russland, die USA und die Europäische Union."

Werben um Investoren

Nach der Entdeckung der großen Erdgasreserve in Zypern gibt es auch in Griechenland eine steigende Aktivität im Energiebereich. Das griechische Unternehmen "Hellenic Hydrocarbon Resources Management" will Investoren anlocken.

Die vielversprechendsten Gebiete liegen südlich von Kreta. Diese Gebiete sind noch weitgehend unerforscht. Es wird laut Experten noch zwei bis drei Jahre dauern, bis Art und Größe der Vorkommen geklärt sind.

Spyros Bellas ist Vizepräsident der "Hellenic Hydrocarbon Resources Management": "Die Strukturen, die wir in Griechenland durch die seismischen Linien studiert haben, und die Ergebnisse, die wir in Bezug auf die Tiefe haben, zeigen geologische Strukturen, die denen von Zypern ähneln. "

Die strategische Zusammenarbeit von Griechenland, Zypern und Israel hat sich erst in den vergangenen Jahren und parallel zur Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Israel und der Türkei entwickelt.

Euronews-Korrespondentin Fay Doulgkeri kommentierte in Athen: "Das Ziel der Europäischen Union ist die Reduzierung der Abhängigkeit von Energie aus Russland. Neben der schwierigen technischen Seite ist der Schlüssel zur Verwirklichung des Planes die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Pipeline."