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Erste Rallye Dakar startet in Saudi-Arabien

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Erste Rallye Dakar startet in Saudi-Arabien
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Die illustre Rallye Dakar schlägt ein neues Kapitel ihrer bewegten Geschichte auf: Nach Afrika und Südamerika findet sie in diesem Jahr erstmals in Saudi-Arabien statt.

Das Marathonrennen lockt mit 12 Etappen und einem 7800 Kilometer langen Parcours durch grandiose Landschaften, Wüsten, Wadis und Gebirge. Klingt sportlich und abenteuerlich, sogar der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso fährt mit.

Dakar

Ursprünglich wurde die Dakar in Afrika ausgetragen, am 26. Dezember 1978 fiel an der Place du Trocadéro der Startschuss der Paris-Dakar. 2008 musste das riskante Abenteuer wegen Terrordrohungen abgesagt werden, von 2009 an rasten die Piloten durch Südamerika - bis jetzt.

"Sportwahsing", gut fürs Image

Menschenrechtsvertreter allerdings halten die Wahl Saudi-Arabiens, das spätestens seit der Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Kashoggi massiv in der Kritik steht, für unmoralisch. Hochkarätige Sportveranstaltungen sind Teil eines Programms, mit dem Kronprinz Mohammed bin Salman das Land umbauen und unabhängiger vom Öl machen will.

Dafür hat der Thronfolger Saudi-Arabien eine gesellschaftliche Öffnung verordnet, die auch den Sport beinhaltet. Das sogenannte "Sportwashing", Imageverbesserung durch Massenveranstaltungen.

"Saudi-Arabien ist eine echte Dikatur", sagt Antoine Madelin von der von der Internationalen Liga für Menschenrechte. "Es ist ein Land, in dem immer wieder die Todesstrafe vollstreckt wird. Im vergangenen Jahr wurden 180 Menschen enthauptet, darunter ein Kind."

Angeblich 80 Millionen für 5 Jahre

Neben der politischen und religiösen Unterdrückung steht auch die Einschränkung der Frauenrechte in Saudi-Arabien am Pranger, auch wenn es in den vergangenen zwei Jahren leichte Verbesserungen gab. Frauen dürfen im Prinzip Autofahren, ins Ausland reisen oder ein Fußballspiel besuchen, stehen aber weiterhin unter der Vormundschaft von Männern. Kritiker spreche von kosmetischen Reformen.

Die Veranstalter der Rallye sind sich des Dilemmas bewusst, konnten oder wollten aber das Angebot aus Riad nicht ausschlagen. Angeblich rund 80 Millionen US-Dollar verteilt über fünf Jahre.