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Europas Wasserstoff-Revolution: die saubere Energie der Zukunft

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Europas Wasserstoff-Revolution: die saubere Energie der Zukunft
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Wasserstoff ist das am häufigsten vorkommende Element im Universum, mit ihm will man das Versprechen für saubere Energie in der Massenproduktion einlösen: Thema diese Woche in Business Planet. Bis 2050 soll damit fast ein Viertel des europäischen Energiebedarfs gedeckt werden. Ein Unternehmen in Göteborg trägt dazu bei, die Geschäftsmöglichkeiten im Hinblick auf eine emissionsfreie Zukunft zu maximieren.

Die Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien haben das Potenzial, alle auf fossilen Brennstoffen basierenden Energien zu ersetzen. Nach konservativen Prognosen sind sie in der Lage. bis 2050 in Europa 2.250 Terawattstunden (TWh) Wasserstoff zu erzeugen. Das würde etwa ein Viertel des gesamten jährlichen Energiebedarfs der EU decken. Mit anderen Worten, genug, um 42 Millionen Autos, 1,7 Millionen Lastwagen, etwa eine Viertelmillion Busse und mehr als 5.500 Züge zu betanken.

In Zukunft grün tanken

Powercell Sweden AB stellt Brennstoffzellenstapel und -systeme her, die mit Wasserstoff betrieben werden. Sie können in Gebäuden, im Verkehr oder auf See eingesetzt werden - zum Beispiel in Lastwagen oder Schiffen. In Kombination mit so genanntem grünen Wasserstoff, der aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Sonne erzeugt wird, ist das eine CO2-arme Energie-Möglichkeit.

Laut dem Gründer und Vizepräsident der Firma, Per Ekdunge, ist die Technologie einsatzbereit:

"Ja, sie funktioniert. Die Technik muss nur noch massentauglicher werden, da sind wir auf dem Weg. Wasserstoff-Brennstoffzellen werden eine bedeutende Rolle spielen, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen."

Foto: euronews

Um Wasserstoff als Energiequelle zu fördern, hat die EU die Wasserstoff-Industrie als einen von sechs strategischen Schlüsselbereichen eingestuft. Das ist wichtig für Firmen wie Power Cell, die vom EU-Programm Horizont Europa unterstützt werden:

"Das ist sehr wichtig. Aber es ist nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die Möglichkeit, sehr eng mit unseren Kunden, den Autoherstellern und führenden Zulieferern und Forschungsinstituten zusammenzuarbeiten", erklärt Ekdunge.

Aufbau einer wasserstoffbasierten Wirtschaft

Trotz seines enormen Potenzials bleibt der Aufbau der Infrastruktur für eine wasserstoffbasierte Wirtschaft eine große Herausforderung und wird Zeit brauchen. Aber eine europäische öffentlich-private Partnerschaft versucht, das zu ändern. Das gemeinsame Unternehmen für Brennstoffzellen und Wasserstoff ist eine Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission, der Industrie und Forschungsorganisationen.

"Seit 2008 haben wir 263 Projekte mit einem Volumen von etwa 2 Milliarden Euro aus dem öffentlichen und privaten Sektor verwaltet", erklärt Bart Biebuyck, Exekutivdirektor des FCH JU. Er fügt hinzu: "Für uns wäre der logische nächste Schritt jetzt die Erweiterung, und dafür werden wir uns hauptsächlich auf innovative Herstellungstechnologien konzentrieren."

Bart Biebuyck ist der Exekutivdirektor des Gemeinsamen Unternehmens Brennstoffzellen und Wasserstoff. Im Gespräch mit euronews erklärte er, wie Wasserstofftechnologien und Brennstoffzellen die Welt von morgen verändern werden.

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Sie leiten das Gemeinsame Unternehmen für Brennstoffzellen und Wasserstoff (FCH JU). Wie fördern Sie diese enorm vielversprechende Industrie?

"Das Gemeinsame Unternehmen Brennstoffzellen und Wasserstoff ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die mit der Industrie, der Forschung und der akademischen Welt, aber auch mit der Europäischen Kommission im Rahmen der Direktion Verkehrsenergie und die Forschungsdirektion zusammenarbeitet. Und gemeinsam verwalten wir bisher 263 Projekte im Umfang von zwei Milliarden Euro. In Zukunft wollen wir die Projekte erweitern und uns vor allem auf die Fertigungstechnologien konzentrieren. Aber wir müssen uns auch mit dem Schwerlastbereich d.h. zum Beispiel mit Lastwagen, Zügen und der Luftfahrt befassen. Das ist ein sehr neues Gebiet, und wir wissen, dass Wasserstoff das Potenzial hat, also müssen wir es erforschen."

Brennstoffzellen, Wasserstofftechnologie. Ist das der Weg zu saubererer Luft in unseren Städten?

"Auf jeden Fall, denn zunächst einmal ist das eine emissionsfreie Technologie. Nur Wasser bleibt übrig. Und so kann diese Technologie im Verkehrsbereich eingesetzt werden, aber sie hilft auch, Gebäude zu heizen. Wasserstoff wird heute leider immer noch auf der Basis fossiler Brennstoffe, aus Gas, produziert. Aber in Zukunft arbeiten wir daran, Wasserstoff umweltfreundlicher herzustellen. Und dank der Innovationen im Bereich der Elekrolyten werden wir in naher Zukunft in der Lage sein, grünen Wasserstoff zu den gleichen Kosten wie heute Wasserstoff auf der Basis fossiler Brennstoffe zu produzieren."

Was wird getan, um die Technologie massentauglich, um die notwendige Infrastruktur aufzubauen, damit Wasserstoff Realität werden kann?

"In den vergangenen 12 Jahren haben wir diese Technologie wirklich weiterentwickelt. Und jetzt, seit zwei, drei Jahren, zeigen wir auf der Straße, auf dem Feld, dass diese Technologie funktioniert. Der nächste Schritt ist nun logischerweise die Erweiterung. In den kommenden fünf Jahren wird es mehr und größere Anwendungsbeispiele geben. Wir gehend davon aus, dass die Massenproduktion ab 2025 beginnen wird. Und gleichzeitig müssen wir auch mit dem Aufbau unserer Infrastruktur für eine große Wasserstoffverteilung beginnen, so wie wir die Erdgaspipelines für den Transport von Wasserstoff nutzen können. Das muss also umgewandelt werden. Sie werden sehen, dass das in den nächsten 10 Jahren geschehen wird. Bis 2030 werden wir sicher in einer nachhaltigeren Welt leben, und Wasserstoff wird ein großer Teil davon sein."

Wenn ich als Unternehmer oder Kleinunternehmer in diesem Sektor tätig bin, mit welcher Hilfe kann ich rechnen?

"Wenn Sie eine innovative Idee haben und sie uns hilft, unsere Ziele zu erreichen, könnten wir sie finanzieren. Aber vielleicht noch wichtiger ist, dass wir Ihnen eine einzigartige Plattform bieten, auf der Sie mit anderen Unternehmen und der Wissenschaft in Kontakt kommen - und dort - wer weiß, vielleicht eines Tages eine strategische Partnerschaft eingehen."

Zahlen & Fakten

  • Trotz seines großen Potenzials übersteigen Umfang und Reichweite der Entwicklung und des Einsatzes eines umfangreichen Wasserstoff-Ökosystems die Kapazitäten einzelner Unternehmen oder Forschungseinrichtungen.
  • Im Jahr 2019 definierte das Strategische Forum für wichtige Projekte von gemeinsamem europäischen Interesse, eine von der Europäischen Kommission eingesetzte Expertengruppe, Wasserstofftechnologien und -systeme als eine der sechs strategischen Wertschöpfungsketten, bei denen koordinierte Maßnahmen und Investitionen auf EU-Ebene erforderlich sind.
  • Das Gemeinsame Unternehmen für Brennstoffzellen und Wasserstoff (FCH JU) ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission, der europäischen Industrie und Forschungsorganisationen.

Nützliche Links

Strategische Wertschöpfungskette

Hydrogen Roadmap Europe

Gemeinsame Unternehmen für Brennstoffzellen und Wasserstoff

Powercell Sweden AB