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Coronavirus: Über 500 Infizierte in Deutschland

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Coronavirus: Über 500 Infizierte in Deutschland
Copyright  Audrey McAvoy
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Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland auf über 500 gestiegen. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mit.

Spahn gegen Reisebeschränkungen

Der Erreger ist inzwischen in 15 Bundesländern nachgewiesen, die meisten registrierten Fälle gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. In Sachsen-Anhalt wurde bislang keine Infektion gemeldet. Viele Patienten sind inzwischen wieder gesund.

Trotz der raschen Ausbreitung von Sars-CoV-2 ist Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegen Reisebeschränkungen innerhalb der Europäischen Union. "Ich fände jede Maßnahme, die zur Einschränkung des Reiseverkehrs über die Grenze führt, angesichts dessen, was wir über das Virus Stand heute wissen, weiterhin nicht für angemessen", sagte der CDU-Politiker am Freitag vor einem EU-Sondertreffen in Brüssel. "Und wenn wir da einen Konsens hätten heute, fände ich das ein wichtiges Signal."

Deutsche gelassen

Auch die Mehrheit der Deutschen hält laut einer aktuellen Umfrage die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus für ausreichend. 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, hierzulande werde genug getan, wie aus dem ZDF-Politbarometer hervorgeht. Im Februar waren es demnach noch 80 Prozent. 26 Prozent halten die Vorkehrungen hingegen für zu gering.

39 Prozent der Befragten erklärten zudem, dass sie wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen meiden. 50 Prozent ändern ihr Verhalten den Angaben zufolge hingegen nicht.

Das Virus lasse sich nicht aufhalten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. "Aber wir können alles daran setzen, dass wir die Ausbreitung verlangsamen." Der Eindruck, dass jeder, der Kontakt mit Patienten hat, auch in Quarantäne muss, sei eine extreme Vereinfachung. Es gehe immer auch darum, wie eng und wie lang dieser Kontakt gewesen sei.

Das RKI empfahl Kliniken und Behörden in Deutschland zudem, auf einen Krisenmodus umzustellen. Das heiße, Dinge nicht mehr rein routinemäßig anzugehen, sondern das Verhalten an die jeweilige regionale Situation anzupassen. Die Lage könne dabei in Deutschland je nach Region sehr unterschiedlich aussehen.

Drosten für Absage von Bundesligaspielen in NRW

Der Chef-Virologe der Berliner Charité sprach sich für eine Absage von Bundesligaspielen in der besonders betroffenen Region in Nordrhein-Westfalen aus. "Volle Stadien mit Zehntausenden von Fans - gerade in Gegenden wie dem vom Coronavirus jetzt stark betroffenen Rheinland - müssten aus medizinischer Sicht eigentlich gestoppt werden", sagte Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Das Stadion von Borussia Mönchengladbach liegt keine zehn Kilometer vom Kreis Heinsberg entfernt, der bundesweit am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Die Behörden hatten dennoch entschieden, dass das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag stattfinden kann. Bis Donnerstagabend lagen im Kreis Heinsberg nach Angaben seiner Pressestelle 195 laborbestätigte Infektionsfälle vor.

Südtirol jetzt Risikogebiet

Das deutsche Robert-Koch-Institut stuft Südtirol inzwischen als Risikogebiet ein und rät von Reisen in die Region ab. Auch Emilia-Romagna, die Lombardei sowie die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien gelten als Gefahrengebiete.

Mehrere deutsche Urlauber waren zuletzt mit dem Coronavirus infiziert aus Südtirol heimgekehrt. Für die Tourismusbranche dort ist die Warnung eine Katastrophe. Sie leidet ohnehin schon seit Wochen unter den finanziellen Folgen von Stornierungen, Reiseabbrüchen und Co.

Österreich: Über 50 Fälle, Schule gesperrt

In Österreich ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen leicht gestiegen. Insgesamt 55 Fälle wurden bis Freitagnachmittag registriert.

Die meisten Betroffenen leben in Wien und Niederösterreich. In Wien-Alsergrund wurde eine Volksschule wegen zwei Verdachtsfällen im Lehrerkollegium vorübergehend geschlossen.

Schweiz: 214 Ansteckungen, Bundesrat rät zu Homeoffice

In der Schweiz wurden inzwischen mindestens 214 Erkrankte gemeldet. Viele der neuen Fälle im Kanton Neuenburg stehen offenbar im Zusammenhang mit einem Freikirchen-Treffen im französischen Mülhausen.

Der Bundesrat empfiehlt besonders international aktiven Unternehmen Arbeiten im Homeoffice und rät in stark betroffenen Regionen von Pendeln zu Stosszeiten ab.