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Mitsotakis an Ankara: "Wir lassen uns von niemandem erpressen"

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Angela Merkel und Kyriakos Mitsotakis in Berlin
Angela Merkel und Kyriakos Mitsotakis in Berlin   -   Copyright  Markus Schreiber/AP
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"Ankara muss deeskalieren"

Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat die Türkei aufgefordert, ihre Haltung in der Migrationskrise zu ändern. Ankara müsse zu einer Deeskalation beitragen, so Mitsotakis beim deutsch-griechischen Wirtschaftsforum in Berlin.

Weiter sagte er: "In den vergangenen zehn Tagen haben wir gezeigt, dass wir unsere nationale und europäische Souveränität verteidigen können. Griechenland und Europa lassen sich von niemandem erpressen. Wir haben in einer Krisensituation gezeigt, dass wir sowohl willens als auch in der Lage sind, unsere gemeinsamen Grenzen zu schützen."

Mitsotakis begrüßte außerdem die Ankündigung der deutschen Regierung, gemeinsam mit anderen EU-Ländern bis zu 1500 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen.

AP
Mitsotakis in BerlinAPMarkus Schreiber

Merkel: "Griechenland nimmt Verantwortung für ganz Europa wahr"

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte zu diesem Thema: "Griechenland sieht sich in diesen Tagen und in den vergangenen Jahren - und oft wird das nicht beachtet - mit Flucht und Migration vieler verzweifelter und perspektivloser Menschen konfrontiert. Mit der Ersthilfe für Asylsuchende, dem Schutz der EU-Außengrenze, nimmt das Land eine große Verantwortung für ganz Europa wahr. Und dafür verdient es unsere volle Solidarität und unsere volle Unterstützung."

Mitsotakis bezeichnete die Ankündigung aus Berlin als Beweis der Solidarität. Deutschland übernehme hier eine Führungsrolle.

Erdogan hatte am 29. Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Migranten offen. Tausende Menschen machten sich daraufhin auf den Weg in Richtung Griechenland und versuchen teils mit Gewalt, über die Grenze in die EU zu gelangen.

Die meisten Migranten aus Afghanistan, fast keine Syrer

Die weitaus meisten der Migranten kommen offenbar aus Afghanistan. Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete die griechische Tageszeitung "Kathimerini", dass von 252 in Griechenland festgenommenen illegalen Migranten 64 Prozent Afghanen waren. 19 Prozent kamen aus Pakistan, 5 Prozent aus der Türkei und nur 4 Prozent der Menschen gaben Syrien als Heimatland an.

Zuletzt hatte der türkische Innenminister Süleyman Soylu gesagt, man wolle noch viel mehr Migranten Richtung Europa ziehen lassen.

Auch für die Menschen in der syrischen Krisenregion Idlib, wo die Türkei gemeinsam mit islamistischen Milizen gegen Kurden und die vorrückenden syrischen Regierungstruppen kämpft, würden sich die Türen öffnen. "Letztendlich werden sich alle auf den Weg nach Europa machen", sagte Soylu.