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Reisen in Zeiten des Coronavirus: Roadtrip Kalabrien - Lyon

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Reisen in Zeiten des Coronavirus: Roadtrip Kalabrien - Lyon
Copyright  Michele Carlino, Euronews
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Euronews-Reporter Michele Carlino hat sich in Zeiten der Coronavirus-Krise was getraut: Er machte sich auf den Weg von seiner Heimat im italienischen Kalabrien zurück an seinen Arbeitsplatz im französischen Lyon. Hier ist sein Bericht:

Die Klinik in Polistena in der süditalienischen Region Kalabrien - ergänzt um Zelte. Ein Klinikmitarbeiter, der unerkannt bleiben möchte, führt Michele Carlino durch die Szenerie. Und erklärt das Prozedere:

"Hier sind eingewiesene Patienten mit speziellen Symptomen, die auf die Krankheit hindeuten. Es kann eine normale Grippe sein. Wenn nicht, wählen wir die Notfallnummer 118."

Michele Carlino will es genauer wissen und hakt nach: "Also kann man sagen, dass es in dieser Gegend keine Corona-Fälle gibt?"

Klinikmitarbeiter: "Hier in unserem Bezirk gibt es keine nachgewiesenen Fälle."

Verwaiste Straßen

Obwohl das Coronavirus hier - offenbar - noch nicht so gestreut hat wie in Norditalien, wirken auch in Süditalien Straßen verwaist. Michele setzt sich hinters Lenkrad und düst in Richtung Süden:

"Ich fahre auf einer praktisch menschenleeren Autobahn. Die normalerweise belebte A2 zwischen Neapel und Reggio Calabaria ist die Hauptachse zwischen Norditalien und Sizilien. Jetzt dürfen hier nur Autofahrer unterwegs sein, die nachweisbar triftige Gründe vorweisen können und das in Schriftform."

Ankunft in Reggio Calabria: Ab auf die Fähre

Polizisten überprüfen das Attest von Euronews-Reporter Michele Carlino, der auf dem Weg von Kalabrien nach Lyon in Frankreich zunächst nach Sizilien übersetzen muss.

Gähnende Leere herrscht auf den Fahrzeugdecks der Fähre nach Messina. Und auch in den Passagierbereichen ist kaum eine Menschenseele zu sehen. Dabei ist dies die wichtigste Seeverbindung von Sizillien aufs Festland.

Die Bilder gleichen sich auch im weiteren Verlauf der Reise zwischen Messina und dem Flughafen von Catania. Dort kommentierte Michele Carlino:

"Sehr wenige Menschen sind hier auf dem Flughafen von Catania. Passagiere, die heute fliegen, haben wohl keine Alternative. Und sie müssen sich so gut es eben geht schützen."

Check-in in Catania

Auch beim Check-in in Catania wird erneut das Attest des Euronews-Reporters unter die Lupe genommen. Die Anzeigetafel verrät, dass nur eine Handvoll Flüge stattfinden - darunter der von Michele Carlino gebuchte Direktflug nach Lyon.

Nach einem kurzen Sprung über das Mittelmeer folgt die Ankunft in Lyon. Auch am Gepäckband verlieren sich nur einzelne Fluggäste.

Michele Carlino stellt zum Ausklang seiner Reise fest: "Wir sind in Lyon gelandet, es ist kurz nach 22 Uhr. Für Passagiere aus Italien gibt es keine Sonderbehandlung. Der einzige Hinweis auf die herrschende Pandemie ist eine etwas verloren wirkende Tafel direkt vor dem Ausgang."

Das ist Reisen in Zeiten des Coronavirus.