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Israel: Gantz soll Regierung bilden

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Benny Gantz am 7. März in Tel Aviv
Benny Gantz am 7. März in Tel Aviv   -   Copyright  Sebastian Scheiner/ AP
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In Israel soll Oppositionsführer Benny Gantz überraschend mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Dies bestätigte ein Sprecher von Präsident Reuven Rivlin. Dieser beriet sich am Sonntag zuvor mit den im Parlament vertretenen Parteien. Dabei sprachen sich 61 von 120 Abgeordneten für Gantz aus.

Sieger der Parlamentswahl am 2. März war jedoch der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Seine konservative Likud holte 36 Sitze - drei mehr als Gantz' Mitte-Bündnis Blau-Weiß. Netanjahu verfehlte mit seinem Lager aus rechten und strengreligiösen Parteien jedoch erneut die Regierungsmehrheit.

Netanjahu-Prozess wird verschoben

Wegen der Pattsituation zwischen beiden Lagern war in Israel bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres gewählt worden. Netanjahu führt seit mehr als einem Jahr eine Übergangsregierung an.

Der ursprünglich für Dienstag angesetzte Beginn des Korruptionsprozesses gegen den 70-jährigen Netanjahu ist unterdessen wegen der Coronavirus-Krise um zwei Monate verschoben worden. Der Prozess solle nun am 24. Mai beginnen, teilte das Gericht am Sonntag mit. Besonders in der Opposition verstärkte dieser Schritt die Sorge, Netanjahu könne die Gesundheitskrise dazu missbrauchen, einer Strafverfolgung zu entkommen und demokratische Grundrechte zu beschneiden.