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Coronavirus: 1 Million Menschen in Europa haben ihren Job verloren

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Coronavirus: 1 Million Menschen in Europa haben ihren Job verloren
Copyright  Matthieu RONDEL/EU
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Mindestens eine Million Menschen haben in den vergangenen Wochen in Europa ihren Arbeitsplatz verloren.

Der Grund ist der wirtschaftliche Stillstand wegen des Coronavirus.

Das teilte der Europäische Gewerkschafts-Dachverband ETUC mit.

Berücksichtigt wurden demnach Zahlen der Mitgliedsverbände, die sich auf sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse stützen.

Nicht berücksichtigt wurden freiberuflich Tätige. Die tatsächlichen Zahlen könnten daher weit größer sein.

Sollten nicht rasch Notfallmaßnahmen beschlossen werden, drohten nach Ostern dramatische Zustände, so Verbands-Generalsekretär Luca Visentini.

Die Zahlen könnten sich dann vervierfachen. Es komme nicht von ungefähr, dass die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) weltweit 24 bis 36 Millionen Arbeitsplatzverluste nicht ausschließe.

Europa sei derzeit der am stärksten betroffene Kontinent. Daher werde ein Großteil dieser Job-Verluste in Europa anfallen, wenn Europa nicht rasch handele, so Visentini.

Die Gewerkschaften forderten die EU auf, Arbeitsplätze mit einem Einkommensersatzsystem zu schützen.

Dazu werden nach Schätzungen zwischen 200 und 400 Milliarden Euro benötigt.

Ansonsten dürfte das spätere Krisenmanagement sehr viel teurer ausfallen.

Visentini: Das Problem sei natürlich, dass es nicht genug Mittel gebe. Der einzige Weg sei, dass die EU diese Gelder für ein europäisches Rückversicherungssystem zur Verfügung stelle.

Es müsse sicher gestellt werden, dass das in einigen Ländern existierende Notsystem mit der Krise fertig werde und dass anderen Ländern geholfen werde.

Europa brauche ein gemeinsames Finanzierungsinstrument.

Die EU kündigte bereits an, dass die Mitgliedstaaten bestehende Fonds über insgesamt 37 Milliarden Euro nutzen könnten.

Für den EU-Wirtschaftskommissar ist das nur ein erster Schritt:

Für einen Wiederaufbauplan sei das nicht genug. Deshalb müssten in den kommenden Monaten weitere Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen werden, so Paolo Gentiloni.

Bislang konnten sich die Finanzminister nicht einigen. Ihr nächstes Treffen ist nächste Woche.